Ford Fiesta WRC 2017 ab sofort im Handel

Kehrtwende in der Rallye-Weltmeisterschaft. Entgegen der ursprünglichen Politik, können zahlungskräftige Privatiers nun doch ein World Rally Car der neuesten Generation erwerben. Den Anfang machte Kundensportkönig M-Sport.

23. August 2017

Michael Heimrich

Ford Fiesta WRC 2017 ab sofort im Handel

Schon der Einsatz von Mads Östberg deutete an, dass der Gedanke, die schnellsten Rallyeautos aller Zeiten nur in die Hände von Werksfahrern zu geben, zügig Makulatur war. Der Norweger besorgte sich bei M-Sport einen Ford Fiesta WRC 2017 (Chassis Nr. 5) und lässt das Fahrzeug von der tschechischen JipoCar-Truppe rund um Martin Prokop einsetzen. 
Zwar muss Östberg weiterhin unter der Flagge von M-Sport nennen, aber das ist nur für die Papierform nötig. Auch andere Privatiers bekamen bereits das offizielle Siegel, zuletzt Armin Kremer für seinen Auftritt beim deutschen WM-Lauf, der übrigens in jenem Auto saß, mit dem Teemu Suninen in Finnland auf Rang vier flog.
Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass zahlungskräftige Privatiers ein World Rally Car der neuesten Generation auch erwerben können. Die Preise sollen bei 650.000 Pfund beginnen, das entspricht dank des günstigen Wechselkurses in etwa dem Niveau der Vorgängergeneration. „Kunden sind willkommen“, sagt Malcolm Wilson und hofft auch über diese Schiene auf eine Re-Finanzierung seines WRC-Programms. „Man sieht an Mads Östberg und Martin Prokop, dass Teams in der Lage sind, auch diese Fahrzeuge zu handeln.“
Die Einsatzkosten liegen allerdings 30 bis 40 Prozent über jenen der Vorgängermodelle. Das bekam selbst so ein zahlungskräftiger Privatier wie Östberg zu spüren, der bereits in Deutschland mit einem günstigeren R5-Fahrzeug starten wollte. Ein weiterer Knackpunkt: Es bedarf weiterhin dem Segen der FIA, ob ein Fahrer mit dem gut 380 PS starken und nur in der Rallye-WM startberechtigten Allradboliden im Wettbewerb antreten darf. Alle bisherigen Teilzeitstarter, egal ob Khalid Al-Qassimi (Citroën), Lorenzo Bertelli, Armin Kremer, oder Teemu Suninen (alle Ford) hatten WRC2 oder WRC-Erfahrung. 

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