Finanzierung wackelt

Dunkle Wolken über der Safari-Rallye

Kenia droht der Verlust seines WM-Klassikers und diesmal ist die Lage ernster denn je. Die Safari Rallye steht vor einer ungewissen Zukunft im Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft.

17. März 2026

Michael Heimrich

Dunkle Wolken über der Safari-Rallye

Schon 2026 war ein deutliches Warnsignal: Um Kosten zu senken, wurde die Veranstaltung spürbar abgespeckt. Der Fokus lag nahezu ausschließlich auf der Region rund um Naivasha, während Nairobi als zentraler Schauplatz weitgehend außen vor blieb. Hintergrund ist ein klarer Kurswechsel der Regierung, die ihre Ausgaben reduzieren will.

Präsident William Ruto treibt diesen Wandel aktiv voran. Künftig soll die Safari Rallye nicht mehr staatlich organisiert und finanziert werden, sondern vollständig in die Hände privater Investoren übergehen. Der Staat will sich auf eine unterstützende Rolle beschränken – etwa bei Infrastruktur, Sicherheit und Logistik. Erste Gespräche mit potenziellen Partnern aus der Wirtschaft verliefen zuletzt positiv, nun sollen konkrete Lösungen folgen.

Wie Motorsport aktuell berichtet, stößt auch beim WRC-Promoter dieser Ansatz grundsätzlich auf Zustimmung. Simon Larkin betont seit längerem, dass Großveranstaltungen dieser Größenordnung nicht dauerhaft von staatlichen Strukturen getragen werden sollten. Stattdessen gilt ein privatwirtschaftlich organisiertes Modell als nachhaltiger, genau daran wird derzeit gearbeitet.

„Wir hatten im Vorfeld und am Finaltag äußerst positive Verhandlungen, die durch persönliche Gespräche mit dem Präsidenten und privaten Partnern bekräftigt wurden. Wir alle wollen, dass diese Partnerschaft fortgesetzt wird“, so Larkin, der beim WRC-Promoter für Veranstaltungen und Kalender zuständig ist.

Dennoch bleibt die Zukunft offen. In den kommenden Wochen soll entschieden werden, ob die Safari Rallye auch über 2026 hinaus Teil der Weltmeisterschaft bleibt. Der Druck wächst, denn die Konkurrenz schläft nicht: Mit der nun auch offiziell bestätigten Rückkehr Großbritanniens ab 2027 und weiteren Bewerbern wird der Platz im Kalender zunehmend knapper.

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