Citroën: Durchkreuzt Ogier die Mikkelsen-Pläne?

Nachdem bei Citroën ein Umdenken eingesetzt hat, scheint auch die Rückkehr von Weltmeister Sebastien Ogier nicht mehr ausgeschlossen. Diese Möglichkeit dürfte bei Andreas Mikkelsen jedoch für keine gute Laune sorgen.

6. Juli 2017

Michael Heimrich

Citroën: Durchkreuzt Ogier die Mikkelsen-Pläne?

Sebastien Ogier verabschiedete sich nach der Rallye Polen in den wohlverdienten Urlaub. Doch ganz abschalten wird der Weltmeister nicht können, schließlich möchte er in den kommenden Wochen die Weichen für seine Zukunft stellen. Wenn der Sommer vorbei ist, will Ogier wissen, für welche Marke er in Zukunft antreten wird.
Gerne würde der 33-jährige bei M-Sport bleiben, doch für eine Vertragsverlängerung stellt er klare Bedingungen. Entweder Ford bekennt sich mit einem Werksengagement erneut zum Rallyesport, oder die Firma von Malcolm Wilson findet einen potenten Hauptsponsor, der mit reichlich Budget dafür sorgt, dass die englische Truppe im Kampf gegen die Herstellerkonkurrenz besser ausgerüstet ist. Wilson erklärte bereits mehrfach, dass er um Ogier kämpfen wird, aber eine Harakiri-Aktion wie in diesem Jahr wird es nicht mehr geben. „Mit Sebastien unter den gleichen Voraussetzungen weiterzumachen, wäre für die Zukunft von M-Sport finanziell unverantwortlich“, so Wilson.
Während bei Hyundai keinerlei Änderungen in der Fahrerriege geplant ist, wäre Toyota für Ogier die logische Wahl. Die Japaner sind in diesem Jahr wieder in die Weltmeisterschaft zurückgekehrt und Konzernchef Aki Toyoda steht voll hinter dem WRC-Projekt. Entsprechend gut ausgestattet ist die Truppe von Tommi Mäkinen, der jedoch voll auf Jari-Matti Latvala setzt. Dem sensiblen Finnen erneut Ogier als Teamkollegen zu servieren, könnte dessen frisch geflicktes Seelenheil erneut gehörig durcheinanderbringen. In den VW-Jahren waren Latvala an Ogier verzweifelt und brauchte regelmäßig die Hilfe eines Psychologen. Wenig überraschen, dass der finnische Rallye-Clan Mäkinen schon jetzt von der Verpflichtung Ogiers eindringlich abrät. 

Erneut Teamkollege von Latvala?

Dem vierfachen Champion eröffnete sich vor kurzem plötzlich noch eine Möglichkeit. Citroën-Teamchef Yves Matton kam nach dem verpatzten Comeback gewaltig unter Druck und scheint nun doch bereit zu sein, seine Fahrerwahl zu überdenken. Kris Meeke, Craig Breen und Stephane Lefebvre haben zwar einen Vertrag für 2018, doch wie wenig das eine Garantie auf ein WRC-Cockpit ist, zeigten die letzten Rallyes, als Andreas Mikkelsen als Ersatzfahrer zu zwei Einsätzen kam. Der Norweger macht sich seitdem Hoffnungen auf eine Festanstellung im kommenden Jahr, doch seit Ogier öffentlich über seine Zukunft philosophiert, sind auch in Frankreich nicht mehr alle Türen verschlossen.
„Wir haben einige Ideen und wissen, welche Fahrer auf dem Markt sind“, sagte Matton gegenüber ‚Motorsport aktuell’. Aus Budgetgründen kann sich Citroën aber nur einen weiteren Hochkaräter leisten, auch wenn das Matton nicht direkt zugeben will. „Das Einzige, was ich ausschließen kann, ist, dass mehr als ein neuer Fahrer hinzukommen wird.“ Soll heißen: Entweder Ogier, oder Mikkelsen.

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