BMW gibt grünes Licht

Nach 40 Jahren kehrt Mini in die Rallye-WM zurück. Prodrive entwickelte auf Basis des neuen Countryman ein WRC, das 2011 Premiere feiert.

30. April 2010

Michael Heimrich

BMW gibt grünes Licht

Der Ausstieg von Subaru hinterließ eine hässliche Narbe in der Erfolgsgeschichte der britischen Tuningschmiede Prodrive. Vor ziemlich genau 20 Jahren glückte es Firmenboss David Richards, die Japaner zu einer Zusammenarbeit in der Rallye-WM zu bewegen. Es folgten glanzvolle Zeiten, die sich für den umtriebigen Briten auch finanziell lohnten. Doch im Herbst 2008 zog Subaru plötzlich den Stecker. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, dass die anhaltende Erfolgslosigkeit der letzten Jahre den Japanern diesen schmerzhaften Schritt durchaus leichter gemacht haben soll.

Entsprechend ehrgeizig ging Richards – auch weil der geplante Formel-1-Einstieg zum zweiten Mal scheiterte – ein neues Projekt an, das seine Firma spätestens 2011 zurück in der Rallye-WM führen soll. Der Zeitpunkt ist ideal, denn durch die Regeländerungen mit dem neuen 1,6-Liter-Turbo beginnt eine neue Ära, die technische Vorsprünge der Konkurrenz ausgleichen könnte. Ähnlich den M-Sport-Plänen bietet sich womöglich auch im S2000-Kundengeschäft durch Air-Restriktor und Umbaukit ein lukratives Betätigungsfeld.

Auf offene Ohren traf Richards bei seinem Bekannten Ian Robertson, seines Zeichens Vertriebsvorstand vom BMW. Gemeinsam entwickelten sie einen Plan, die Marke Mini zurück in den Rallyesport zu bringen. Schon länger suchen die bayerisch-britischen Marketingspezialisten einen Weg, neue Kundenkreise zu erschließen und neben den zumeist femininen Interessenten mit einer sportiven Allradversion auch maskuline Attribute darzustellen. Der gerade präsentierte Countryman erschien geradezu ideal für den Einsatz im Rallyesport, schließlich ist es der erste Mini, der über Allrad verfügt. Nach langen Tauziehen segnete der BMW-Vorstand nach Informationen von „Motorsport Aktuell“ nun die Pläne für einen Mini WRC ab.

Doch Richards geht mit dem Mini-Projekt ein hohes Risiko ein. Recht schnell wurde Szenekennern klar, warum Prodrive gezielt Meldungen über eine Rückkehr mit einem sehr namhaften Partner streut. Geplant ist offensichtlich nur eine Kooperation und Prodrive würde erst einmal einen Großteil des finanziellen Risikos tragen. Für Richards ist die Versuchung dennoch groß, denn den Namen „Mini“ nach 40 Jahren zurück in den Rallyesport zu bringen, öffnet bei neuen Sponsoren und Partnern leichter die Türen.

RALLYE-MAG LESEPROBE: Die Geschichte des Mini Cooper…

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