Australien: „Von Natur aus wild“

Nicht nur die weite Anreise ist einzigartig in der Weltmeisterschaft. Auch die Charakteristik der Rallye Australien fordert das Können der Piloten. Dennoch steht der WM-Lauf in ‚Down Under’ bei allen hoch im Kurs.

5. September 2015

Michael Heimrich

Australien: „Von Natur aus wild“

Von Trier nach Coffs Harbour ist es nicht gerade ein Katzensprung: Nach dem deutschen WM-Lauf in den Weinbergen an der Mosel startete der Tross der Rallye-Weltmeisterschaft zu einer echten Weltreise. Dabei galt es, Fahrzeuge, Reifen, Ausrüstung und Teams auf die andere Seite des Erdballs zu verfrachten – eine Distanz von rund 16.500 Kilometern. Denn am kommenden Wochenende findet an der australischen Ostküste der zehnte Saisonlauf statt.

Wild, wilder, Rallye Australien

„Newry“, „Nambucca“ und „Wedding Bells“ – die Wertungsprüfungen von Australien bilden eine wahre Besonderheit in der Rallye-Weltmeisterschaft. „Von Natur aus wild“ lautet der Wahlspruch, den die Veranstalter der zehnten Saison-Rallye gegeben haben. Deren Typus wechselt von weiten, flüssig zu fahrenden Highspeed-Passagen über offenes Gelände bis zu schmalen, verwundenen Abschnitten durch dichte Wälder. Auf dem harten Untergrund liegt zudem eine lose Schicht feinen Sandes. Gefragt ist deshalb eine Mischung der Fahrzeug-Abstimmungen aus Mexiko und Finnland. Eine weitere Herausforderung sind die zahlreichen „blinden“ Einlenkpunkte. Da die Kurven oft hinter einer Kuppe liegen, ist ein perfekter Aufschrieb auf diesen Wertungsprüfungen unerlässlich. Wer hier patzt, lernt Eukalyptus und Co. von ihrer unangenehmen Seite kennen.
Die Rallye Australien hat aber nicht nur deshalb einiges an Besonderheiten im Programm. Am Samstag bildet die Wertungsprüfung „Valla“ zum Abschluss des Tages eine Nachtprüfung von 7,94 Kilometern Länge. „Wedding Bells“ wird als Power-Stage gefahren und könnte in der Entscheidung um die Fahrer- und Beifahrer-Titel eine mitentscheidende Rolle spielen. 28,6 Prozent der Wertungsprüfungen sind 2015 Neuland für die Fahrer, die sich vor allem am Rallye-Freitag auf neue Strecken einstellen müssen: „Utungun“, „Northbank“ und „Bakers Creek“.

VIDEO: Rallye Australien 2014 Highlights


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