Ärger um TV-Kameras im Service

Sie sind ein wichtiger Bestandteil in den Plänen des WM-Promoters und sollen den Fans einen tiefen Einblick in das aktuelle Geschehen während einer Rallye bieten. Doch bei den Teams stoßen die neuinstallierten Kameras im Servicebereich auf wenig Gegenliebe. Sie befürchten vor allem rechtliche Probleme.

24. Januar 2014

Michael Heimrich

Ärger um TV-Kameras im Service

Die Frage, ob ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter während ihrer Tätigkeit filmen darf, beschäftigte schon mehrfach die Gerichte. Nachdem der WM-Promoter bei der Rallye Monte Carlo erstmals Kameras im Servicebereich der Teams aufstellte und die Bilder per Livestream in die ganze Welt schickte, wird nun auch in der Weltmeisterschaft über rechtliche Probleme dieses Vorgehens diskutiert.

„Wir haben die Privatsphäre zu beachten“, sagte Citroën-Teammanager Yves Matton gegenüber ‚Autosport‘. „So lange die Autos zum Service da sind, haben wir kein Problem mit der Übertragung. Aber wir wollen sie nicht den ganzen Tag. Es gibt Regeln innerhalb unserer Firma und die Leute, die für uns arbeiten, werden fragen, warum wir diese Kameras haben.“

Auch die Kurzfristigkeit der Neuerung stört Matton. „Wir sind nicht dagegen. Aber man fragte uns erst zwei Tage vor der Rallye. Wir brauchen eine umfassende Vereinbarung, bevor wir damit weitermachen können.“

Oliver Ciesla, Geschäftsführer der WRC Promoter GmbH, wollte sich nicht zu Details aus den Diskussionen mit den Teams äußern, erklärte aber, dass diese weiterhin konstruktiv sind. Die Kameras im Servicebereich sind dabei aber nur ein Thema. Weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen die Live-Übertragungen im Fernsehen. Auch hier gibt es Kritik aus den Reihen der Teams. „Ich kann wirklich keinen Fortschritt erkennen. Vielleicht liegt es auch an der fehlenden Kommunikation“, sagte VW-Sportchef Jost Capito. „Wir haben um eine Liste von TV-Sendern gefragt und keine Antwort bekommen, abgesehen von Großbritannien. Was in Deutschland passiert wissen wir selbst, denn darum kümmern wir uns.“

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