Turbulenzen im Wald

Zum zweiten Mal in Folge triumphiert Carsten Alexy im niedersächsischen „Wald“ auf den winkligen Wegen des ehemaligen Bundeswehr-Depots Löverschen.

9. Juni 2009

Michael Heimrich

Turbulenzen im Wald

Das erwartete Duell zwischen dem Hessen Carsten Alexy im Audi S2 und dem Westfalen Rainer Keck im Mitsubishi platzt bereits beim Start zur WP 1. Am Lancer bricht auf der Startlinie eine Antriebswelle und degradiert Keck zum Zuschauer. Nach dem ersten Rundkurs muss Alexy sich noch um die Zeiten der Konkurrenz umsehen, denn Golf-Treter Lars Tietjen benötigt nur fünf Zehntel mehr. Doch auf den restlichen Prüfungen spielen die Alexys ihr Können und die Audi-Technik locker aus. Am Ende ist der Vorsprung auf den engen und kurvenreichen Asphaltwegen in der Heide auf 40 Sekunden angewachsen.

Um Platz 2 balgen sich die beiden Golf-Routiniers Lars Tietjen aus Mulsum und Uwe Broda aus Hamburg. Tietjen hat die Nase bis zur WP 4 ganz knapp vorn, dann zieht Broda auf der WP 5, einer 10-Kilometer-Prüfung über 3 Runden, vorbei und holt sich den Ehrenplatz. Tietjen verliert auch Platz 3, als in der letzten Prüfung der Gaszug reißt. Dadurch gelingt Friedrich Neumann der Sprung aufs Podest, der erstmals mit seinem Sohn Hannes auf dem heißen Sitz unterwegs ist. Neumann bleibt mit dem unscheinbar aussehenden 2,4-Liter-Kadett immer am Heck der beiden Golf und liegt als Dritter nur 4 Sekunden hinter Uwe Broda und Rolf Suhrcke.

Auf Rang 4 bringt Kai-Dieter Kölle seinen Porsche 911 aus dem Jahr 1974 – der 3-Liter-Motor ist neueren Datums – ins Ziel. Es hätte knapp werden können im Duell mit dem Hamburger Café-Experten Ralf-Michael Wierwille, doch der „küsst“ gleich auf WP 1 einen riesigen Strohballen und rennt bis zum Schluss dem 6-Sekunden-Zeitverlust gegenüber dem driftenden Landwirt Kölle nach. Das Team-interne BMW-Duell zwischen Horst Wellbrock im M 3 und Lennart Hahn im 320is gewinnt der 55-jährige Wellbrock auf dem letzen Rundkurs.

Der Braunschweiger Golf-Pilot Marcel Becher ist in der 2-Liter-Klasse der Gruppe F2005 erfolgreich, die stärker besetzte Gruppe G wird zur Beute von Fabian Pirrone vor Matthias Rathkamp und Uwe Harms (alle BMW 318). Bei den spektakulär driftenden Volvo-Youngstern siegt Philipp Knof vor Dominik Böhme, doch müssen die 940er-Piloten dem mehr als 40 Jahre älteren Uwe Bode im Hyundai Accent den Klassensieg überlassen.

Bei trockenem Wetter ist die Ausfallquote trotz einiger Ausrutscher gering, 38 von 46 Teams stehen im Parc Fermé. Ungewöhnlich für eine Rallye 200 ist das Preisgeld von 1000 Euro. Carsten und Michaela Alexy entführen den Löwenteil nach Hessen.

Ergebnis 37. ADAC/SMC-Rallye Stade:
01. Alexy/Alexy, Audi S2 Quattro, H16, 27:10,5 Minuten
02. Broda/Suhrcke, VW Golf GTI 16V, H14, + 41,4 Sek.
03. Neumann/Neumann, Opel Kadett C, H15, + 43,9 Sek.
04. Kölle/Mäding, Porsche 911 Carrera, H15, + 49,9 Sek.
05. Wierwille/Zimmermann, Mitsubishi Evo 9, N5, + 1:00,0 Min.
06. Wellbrock/Grelck, BMW M 3, H15, + 1:16,5 Min.
07. Hahn/Brudermann, BMW 320is, H14, + 1:19,2 Min.
08. Kirchhoff/Eggers, Opel Kadett C, H14, + 1:41,8 Min.
09. Brandes/Siems, Opel Kadett GSi 16V, H14, + 1:43,8 Min.
10. Buck/Buck, Ford Escort RS 2000, H14, + 1:58,5 Min.

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