ADMV-Rallye-Serien

Fontane-Sieg für Ken Milde

Zum dritten Mal – nach 2014 und 2019 – steht Ken Milde in Neuruppin ganz oben auf dem Treppchen. Die Jubiläumsausgabe der RSG-Fontane-Rallye gewinnt der Berliner im Citroen DS3 vor den beiden Subaru-Piloten Markus Roch und Damian Sawicki.

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11. Mai 2026

Alfred Gorny

Fontane-Sieg für Ken Milde

Die 25. RSG-Fontane-Rallye wird erstmals als Rallye 70 durchgeführt. 65 Teams rollen durch den Startbogen im Neuruppiner Volkspark-Stadion – so viele wie seit 2007 nicht mehr! Gleich die erste Prüfung ist ein Kracher: Nach zwei 5-km-Runden mit 50% Schotter folgt die lange Ausfahrt durch den Ort Werder bis Gottberg – insgesamt 15,7 km.

Ken Milde und Aaron Jungnickel werden der Favoritenrolle gerecht und setzen die Bestzeit mit 12 Sekunden vor Raphael Ramonat und Karina Derda im Mitsubishi Evo 10 und 20 Sekunden vor dem polnischen Subaru-Team mit Damian Sawicki und Piotr Sielilo. Der 5-km-Sprint bei Storbeck bringt die gleiche Reihenfolge, auf dem Zuscjauer-Rundkurs am Stadtrand von Neuruppin setzt Milde seine dritte Bestzeit, diesmal vor Markus Roch und Sawicki. Zur Halbzeit führt Milde mit 20 Sekunden vor Ramonat und 26 Sekunden vor Sawicki.

Reifen platt und Tank leck

Beim zweiten Durchgang des Werder-Marathons lässt Ramonat den Evo 10 richtig fliegen, nimmt Milde über 6 Sekunden ab; doch nach dem Ziel muss der Thüringer seinen Evo wegen eines Tanklecks abstellen. Auch Sawicki hat Pech, ein platter Vorderreifen kostet fast eine Minute und wirft ihn auf Rang 5 zurück. Dadurch rücken Markus und Renee Roch (Subaru Impreza) sowie Thomas Pahlitzsch und Kevin-Pust-Schmidt (Peugeot 208 T16) auf die Plätze 2 und 3 nach vorn. Mit einem furiosen Endspurt und der Bestzeit auf dem Stadtrundkurs überholt Sawicki noch Pahlitzsch und schafft den Sprung aufs Podium. Markus Roch feiert mit Platz 2 den größten Erfolg seiner Karriere, aber am überlegenen Sieg von Ken Milde und Aaron Jungnickel ist nicht zu rütteln.

Als beste Mitsubishi-Crew landen Sven Senglaub und Thorben Sitz auf Rang 5, aus der Klasse NC fahren noch Andreas Rink und Stine Schmidt als Siebente in die Top 10. Das schaffen auch die drei schnellsten Gruppe-G-Fahrzeuge. Toyota-Händler André Raupach und Clara Wildgrube gewinnen die Klasse NC6 vor John Semmelhaack und Christian Saathoff (Subaru) und Vater Ulf Semmelhaack und Peter Kroll, wie Raupach im Yaris unterwegs.

Löseke schnellster Nicht-Allradler

Als einzige „Zweiradler“ schaffen die Westfalen Werner Löseke und Paul Tenberge den Sprung in die  Top 10 und gewinnen die Klasse NC2 vor ihren BMW-M3-Kollegen Kevin Dumke und Malte Grünhagen. Unter den Favoriten der Klasse NC3 grassieren die Ausfälle. Am schlimmsten erwischt es den führenden Stephan Dammaschke im Renault Clio, dessen Motor kurz vor dem Ziel der WP 2 auseinanderfliegt; ein Feuer wird schnell gelöscht, aber die Reinigung der Ölspur reißt eine 30-Minuten-Lücke ins Feld, bleibt aber einzige Zwischenfall des Tages. Dem Klassensieg holen sich David Bauer und Anika Graber im BMW 318 Compact vor Torsten Brunke und Normen Standke im Golf 3 und den Junior-Siegern Paul Knüpfer und Gina Apfelstädt im Opel Astra OPC. 

Die Klasse NC4 erlebt einen Favoritensieg durch Pierre Günther und Karsten Schneider im Honda Civic vor Uwe Joachim und Thomas Scheer im VW Polo sowie Mike Schütte und Max Irmer im Suzuki Swift. Weitere Klassensieger sind Benjamin Derda und Tizian Stahl im NC5-Suzuki Swift, Sean Zorn und Michael Wagner im NC8-BMW 325xi sowie Norbert Meyer und Steffen Schrön im NC9-Volvo 940, die sich nur knapp gegen den Hamburger Mark Sendel im BMW 318 Compact behaupten können, der 20 Strafsekunden an zwei Schikanen kassiert.

Das Ziel im Stadion von Neuruppin erreichen 47 Fahrzeuge der Rallye 70 sowie 13 der 14 Starter der Histo-Rallye. Hier sorgt der Stadtrundkurs für einige Strafzeiten, weil je zwei Fahrer statt drei Runden auch zwei oder vier Runden drehen. Letztlich siegen die amtieren Meister des ADMV-Histo-Rallye-Cups, Patrick Querner und Sebastian Geisler, im 1995er Fiat Cinquecento vor Ralf-Joachim Ziegler und Jana Dürr im 1989er Wartburg 1.3.

Jubiläumssplitter

Bei der Siegerehrung überreicht der rührige RSG-Chef Jörg Litfin keine klassischen Pokale, sondern Laser-geschnittene Stahl-Trophäen mit dem Profil des Namensgebers Theodor Fontane. Die größte Fontane-Trophäe erhalt der Wittenberger Uwe Joachim, der alle 25 Rallyes bestritten hat.

Sieger Ken Milde ist zum 15. Mal dabei; die erste Rallye seines Lebens war die 3. Fontane-Rallye im Jahr 2000, die der damals 20-Jährige am Steuer eines Skoda Favorit mit braven 54 PS auf Platz 53 beendete.

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Mehr Informationen

Ergebnis 25. RSG-Fontane-Rallye Neuruppin

1.Ken Milde / Aaron JungnickelCitroen DS3 R5NC031:42,5
2.Markus Roch / Renee RochSubaru Impreza STINC1+ 1:15,1
3.Damian Sawicki / Piotr SieliloSubaru Impreza GTNC1+ 1:21,5
4.Thomas Pahlitzsch / Kevin Pust-SchmidtPeugeot 208 T16NC0+ 1:30,0
5.Sven Senglaub / Thorben SitzMitsubishi Evo 8NC1+ 1:34,0
6.André Raupach / Clara WildgrubeToyota GR YarisNC6+ 1:43,5
7.Andreas Rink / Stine SchmidtSubaru Impreza GTNC1+ 1:51,4
8.Werner Löseke / Paul TenbergeBMW M3 E36NC2+ 2:31,6
9.John Semmelhaack / Christian SaathoffSubaru Impreza N14NC6+ 2:46,7
10.Ulf Semmelhaack / Peter KrollToyota GR YarisNC6+ 2:46,7

Führungswechsel bei den ADMV-Meisterschaften

Weil der bisherige Tabellenführer Yannik Keller die Fontane-Rallye auslässt und Verfolger Raphael Ramonat nicht das Ziel sieht, werden die Tabellen der ADMV-Rallye-Serien kräftig durcheinandergewirbelt. Torsten Brunke (VW Golf 3, NC3) wiederholt beim Heimspiel den zweiten Platz von Nordhausen und übernimmt die Führung in der ADMV-Meisterschaft vor Ramonat und dem zuverlässigen Junior Moritz Wagner (Suzuki, NC4).

Im ADMV-Pokal hat sich Norbert Meyer „still und leise“ an die Spitze geschoben, dank des dritten Klassensieges mit dem Gruppe-G-Volvo 940. André Raupach, ebenfalls mit drei Klassensiegen im Gruppe-G-Yaris, führt die Verfolger an mit Golf-Pilot Torsten Brunke und dem 17-jährigen Suzuki-Fahrer Ian Hayn im Nacken. Meyer liegt auch in den regionalen Meisterschaften von Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt vorn. Bei den U25-Junioren führt Yannik Keller vor Moritz Wagner und Paul Knüpfer die Fahrer-Wertung an, während bei den Cos Lilly Kunz die meisten Punkte gesammelt hat vor Clara Wildgrube und Leonard Nitzsche.

ADMV-Rallyemeisterschaft: 1. Brunke 2255, 2. Ramonat 1980, 3. Wagner 1923, 4. Keller 1871, 5. Meyer 1753, 6. Raupach 1710, 7. Roch 1683, 8. Günther 1577, 9. Kunze 1525, 10. Milde 1517

ADMV-Pokal: 1. Meyer 2368, 2. Raupach 2310, 3. Brunke 2075, 4. Hayn 1986, 5. Günther1731, 6. Joachim1716, 7. Günl und Ramonat 1640

Nächste Läufe: Sprint Lößnitz am 6. Juni (nur Sachsen-M.) und Osterburg-Rallye Weida am 20. Juni.

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