M-Sport tüftelt an einem Elektro-Rallyeauto

Auch im Rallyesport wird der Elektro-Antrieb ein wichtiges Zukunftsthema werden. M-Sport-Chef Malcolm Wilson bestätigte, dass seine Firma mit der Entwicklung eines entsprechenden Fahrzeugs begonnen hat.

15. März 2018

Michael Heimrich

Citroën machte es vor ein paar Jahren mit einer Hybrid-Studie auf Basis des C4 WRC vor, Volkswagen baute 2015 heimlich einen Elektro-Prototypen auf Basis des Polo WRC, jetzt steigt M-Sport in den Bau eines Rallyeautos mit E-Motor ein. Wie Malcolm Wilson gegenüber Motorsport-News erklärte, hat seine Firma vor einigen Wochen mit der Entwicklungsarbeit begonnen und plant, das Auto gegen Ende des Jahres erstmals zu testen.
Im ersten Schritt ist ein Fahrzeug für nationale Veranstaltungen geplant, bei denen nur eine kleine Anzahl von Wertungskilometern zu absolvieren ist. „Ich kann keine technischen Details verraten, denn wir arbeiten mit anderen Unternehmen zusammen, die ebenfalls in diese Richtung gehen und mit denen wir eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet haben“, sagte Wilson. „Ich hoffe wir können Tests noch in diesem Jahr machen. Es wird dann nicht das endgültige Fahrzeug sein, sondern etwas in einer R5-Karosse.“ 
Das Thema „Elektro“ rückt auch im Motorsport immer weiter nach oben. Die Rallycross-WM wird ab 2020 rein elektrisch fahren und die Abkehr vom Verbrenner lockt neue Hersteller und Sponsoren an. Für Wilson ist deshalb klar, dass sich auch die Rallye-Weltmeisterschaft in absehbarer Zukunft damit beschäftigen muss, seine Firma sowieso. „Man könnte sogar sagen, dass dies eines der wichtigsten Fahrzeuge ist, an dem wir jemals gearbeitet haben“, so Wilson. 
M-Sport-Partner Ford dürfte der Strategie sehr aufgeschlossen sein, denn der Konzern zeigte bereits großes Interesse an der neuen eWRX. Dort werden künftig 1.300 kg schwere und rund 600.000 Euro teure Elektro-Supercars zum Einsatz kommen. Sie haben an jeder Achse einen 250 kW starken Elektromotor und können bei einer Systemleistung von 680 PS mit den aktuellen Supercars, die in knapp zwei Sekunden auf 100 km/h sprinten, locker mithalten. 
Die üblichen Reichweitensorgen eines Elektroautos sind im Rallycross fehl am Platz, schließlich gehen die Rennen nur über wenige Kilometer. Dieses Problem muss nun die Rallyefraktion in den Griff bekommen. Auch die Rallycross-Strategie mit vielen Einheitsteilen, angefangen von Batterien, Motoren und Chassis, ja sogar Einheitsfahrwerk und -Bremsen, dürfte ebenfalls ein Thema sein. 

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