Hideg übertrumpft Deutschland-Trio

Während der Kampf um den Gesamtsieg bei der Rebenland Rallye schnell entschieden war, ging es im Mitropa Rallye Cup bis zum Zielstrich heiß her. Die drei deutschen Top-Teams eliminierten sich selbst – und sorgten so für den Auftaktsieg von Krisztian Hideg im Mitsubishi Lancer Evo IX.

22. März 2016

Michael Heimrich

Hideg übertrumpft Deutschland-Trio

Die ersten Kilometer der Mitropa-Cup-Saison 2016 verliefen so spannend wie von vielen Beobachtern erwartet. Krisztian Hideg (Mitsubishi Lancer Evo IX R4), Hermann Gaßner (Mitsubishi Lancer Evo X R4), Maximilian Koch (Škoda Fabia S2000) und Manuel Kößler (Subaru Impreza R4) kämpften von Beginn an auf Augenhöhe. Nach den ersten drei Wertungsprüfungen lag das Quartett innerhalb von sieben Sekunden.
Wenig später mussten sich Kößler und Poschner jedoch aus dem Rennen um den Sieg verabschieden. Am Start der vierten Prüfung brach die Getriebeausgangswelle und verwandelte den Subaru Impreza von einem Allradler in einen Fronttriebler. „Dadurch war nicht nur die Kraftübertragung an die Hinterräder komplett weg“, schildert Kößler. „Der Subaru war zudem praktisch unfahrbar. Wir haben uns einmal fast gedreht und sind dann nur noch langsam weiter gerollt.“
Kößler/Poschner schleppten den Subaru in den nächsten Service, wo die Mechaniker von SG Sport das komplette Getriebe tauschten. „Die Jungs haben für den Wechsel in der freien Natur 40 Minuten gebraucht. Das schaffen viele Autohäuser auf einer Hebebühne nicht unter zwei Stunden“, lobt Poschner den Einsatz seines Teams. Trotzdem überschritt das Rallyeteam Kößler die erlaubte Servicezeit und fing sich eine Zeitstrafe von 1:40 Minuten ein. All das warf Kößler/Poschner auf Rang 36 zurück.
Aufgeben kam für die Allgäuer trotzdem nicht in Frage. Im Gegenteil: Das neu formierte Subaru-Duo setzte umgehend zur Aufholjagd an und verbesserte sich am selben Abend noch auf Rang 29. Nach dem schwarzen Freitag lief es samstags zunehmend besser. Kößler/Poschner konnten das Tempo ihrer direkten Konkurrenten im Mitropa Cup mitgehen und kämpften sich in der Cup-Wertung wieder auf die vierte Position vor. Das Führungstrio blieb für den Mitropa-Cup-Meister von 2014 aber außer Reichweite.
An der Spitze lieferten sich vor allem Krisztian Hideg und Hermann Gaßner sen. einen packenden Fight mit insgesamt vier Führungswechseln. Vor der letzten WP deutete alles auf einen Gaßner-Sieg hin, doch der Senior zeigte Nerven und riss sich hinten rechts das Rad ab. Nur mit Mühe schaffte er es überhaupt zur Zielrampe. Maximilian Koch lag zwar lange Zeit in Schlagdistanz, verpasste auf einem Rundkurs aber den Ausgang, drehte um und wurde dafür später disqualifiziert. Somit ging der Sieg (und damit natürlich auch die Tabellenführung) an den unter kroatischer Flagge fahrenden Ungarn Krisztian Hideg im Mitsubishi Lancer Evo IX.

Stand Mitropa Rallye Cup (nach 1 von 9 Läufen):

1. Krisztian Hideg/Istvan Kerek (Mitsubishi Lancer Evo IX R4) 62 Punkte
2. Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser (Mitsubishi Lancer Evo X R4)  56
3. Manuel Kößler/Marcus Poschner (Subaru Impreza R4)  48
4. Bernd Zanon/Francesco Orian (Renault Clio S1600)  43
5. Grega Premrl/Andreja Verbic (Citroen DS3 R3T)  38

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