Erster Sieg für Peterhansel, Sainz und Loeb fallen zurück

Toyota-Pilot Nasser Al-Attiyah übernimmt die Gesamtführung, nachdem Giniel de Villiers und Beifahrer Dirk von Zitzewitz stehen bleiben.

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9. Januar 2019

Michael Heimrich

Erster Sieg für Peterhansel, Sainz und Loeb fallen zurück

So schnell kann’s gehen. Am Dienstag hatten Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz die Führung übernommen. Seit der vierten Etappe am Mittwoch ist das Toyota-Team definitiv raus aus dem Kampf um den Sieg. Ein abgerissener Ölfilter nach der Kollision mit einem Stein zwang De Villiers dazu, den Fünfliter-Benziner mitten in der Wüste abzustellen.
„Das hätte unser Tag werden können und es lief absolut hervorragend für uns“, berichtete Von Zitzewitz. „Wir haben Zeit gutgemacht und hätten unsere Führung ausbauen können. Derzeit wissen wir noch nicht, ob wir das Rennen fortsetzen können.“ Eine endgültige Analyse ist nach erster Einschätzung erst im Servicecamp möglich.
Den Tagessieg sicherte sich Stéphane Peterhansel (Mini Buggy), der sich zu Anfang der 331-Kilometer-WP ein virtuelles Sekunden-Duell mit Nasser Al-Attiyah (Toyota) lieferte. In der zweiten Hälfte konnte sich der Rekordsieger absetzen, im Ziel betrug sein Vorsprung 3:26 Minuten. Der Pole Jakub Przygonski im konventionellen Mini-Allradler lag als Tagesdritter schon fast zwölf Minuten zurück. Al-Attiyah übernahm die Führung vor Yazeed Al-Rajhi und seinem deutschen Beifahrer Timo Gottschalk (Mini). Peterhansel ist bereits Gesamtdritter.
De Villiers und Von Zitzewitz waren nicht die Einzigen, die der ersten richtig harten Etappe Tribut zollen musste. Auch Vorjahresgewinner Carlos Sainz kann sich die Hoffnungen auf einen dritten Dakar-Sieg abschminken. Der Spanier beschädigte beim Fall in eine Senke die Radaufhängung seines Mini Buggy. Die Reparatur dauerte über eine Stunde. Der neunmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb (Peugeot) verfuhr sich im großen Stil und büßte knapp 43 Minuten ein. Auch Bernhard Ten Brinke (Toyota), am Dienstagabend noch Gesamtzweiter, fiel während der dritten Etappe weit zurück.

Auch das Klassement der Race-Trucks wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Während das Kamaz-Werksteam einen Dreifachsieg feiern konnte, traf es die von Petronas unterstützte Iveco-Mannschaft hart. Gerard de Rooy, bis dahin Zweiter der Gesamtwertung, traf es besonders hart. Der Niederländer blieb im Sand stecken und beschädigte bei der Bergung sein Lenkrad so stark, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Ohne Ersatzteil an Bord, blieb De Rooy nur das Warten auf die Teamkollegen. Maurik van Heuvel opferte schließlich sein Lenkrad für den Mannschaftskapitän. in der Gesamtwertung führt weiter Eduard Nikolaev vor Kamaz-Teamkollege Dmitry Sotnikov (+8:25 Minuten). Federico Villagra hält auf Gesamtrang 3 (+14:12 Minuten) die Sieghoffnungen der Iveco-Mannschaft am Leben.

Zwischenstand nach der 3. Etappe:

01. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 8:34:08 Stunden
02. Yazeed Al Rajhi/Timo Gottschalk (SA/DE), Mini, +6:48
03. Stéphane Peterhansel/David Castera (FR/FR), Mini Buggy, +7:03
04. Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, +12:02 
05. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (PL/BE), Mini, +13:45 
06. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini Buggy, +28:04
07. Bernhard Ten Brinke/Xavier Panseri (NL/FR), Toyota, +31:45
08. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, +42:55
09. Aaron Domzala/Maciej Marton (PL/PL), Toyota, +42:56
10. Martin Prokop/Jan Tomanek (PL/PL), Ford, +54:16

Vorschau auf die 4. Etappe:

Arequipa – Tacna; Gesamtdistanz: 664 km; WP-Kilometer: 351 km
Start Prüfung: 14:57 Uhr (erstes Auto)
Ziel Prüfung: 19:32 Uhr (erstes Auto, vom Veranstalter errechnet) 
Dirk von Zitzewitz: „Die erste Marathon-Etappe. Und diese Etappe wird Neuland werden, auch wenn wir hier vor einigen Jahren schon einmal unterwegs waren, als wir aus Chile gekommen sind. Ein Ausläufer der Atacama-Wüste und ein abwechslungsreiches Terrain mit viel weichem Sand, aber weniger hohen Dünen. Im Sand sind oft spitze Steine versteckt. Es wird extrem hart für das Material. Die Orientierung wird nicht einfach. Und überholen im Staub unmöglich – weil sehr Risiko-reich. Also: eine echte Herausforderung. Vor dieser Etappe und der am kommenden Tag habe ich einen Riesenrespekt.“

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