Roberto Daprà und Beifahrer Luca Guglielmetti setzten sich im Skoda Fabia RS Rally2 von Delta Rally mit 13,8 Sekunden Vorsprung gegen Suninen durch. Bostjan Avbelj komplettierte das Podium und verpasste Rang zwei nach einem starken Schlussspurt nur um eine halbe Sekunde.
Die Rallye Rom war in diesem Jahr besonders stark besetzt. Vor dem erwarteten Wechsel in den WM-Kalender 2027 standen 45 Rally2-Fahrzeuge am Start. Daprà machte schon früh auf sich aufmerksam und gewann am Freitag die Qualifying Stage mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Suninen.
Nach der Zuschauerprüfung am Kolosseum, die Lancia-Pilot Yohan Rossel für sich entschied, übernahm zunächst Andrea Crugnola das Kommando. Der zweifache Rom-Sieger hatte nach dem verlorenen Vorjahressieg noch eine Rechnung offen und führte am Samstagmorgen mit 5,8 Sekunden Vorsprung. Daprà erhöhte jedoch den Druck und verkürzte den Abstand auf der fünften Prüfung auf 1,7 Sekunden.
Die Vorentscheidung fiel auf der sechsten Prüfung. Crugnola verschätzte sich in einer Rechtskurve, rutschte mit seinem Lancia von der Strecke und landete im Graben. Damit übernahm Daprà die Spitze und beendete den Samstag mit 20,2 Sekunden Vorsprung.
Am Sonntag baute der 25-Jährige seine Führung auf der ersten Prüfung zunächst auf 25 Sekunden aus. Danach verwaltete er den Vorsprung auf den verbleibenden drei Prüfungen kontrolliert. Für Daprà war es nach seinem WRC2-Erfolg bei der Rallye Italien Sardinien im vergangenen Jahr bereits der zweite große internationale Erfolg auf heimischem Boden. Zudem ist er der achte ehemalige Junior-EM-Fahrer, der einen ERC-Lauf in der Gesamtwertung gewinnen konnte.
„Es war sehr schwierig vor der letzten Prüfung, weil alles hätte passieren können. Der enge Abschnitt war extrem knifflig, und wir hatten uns heute Morgen eine Felge verbogen, deshalb war ich wegen eines Reifenschadens etwas besorgt“. sagte Daprà im Ziel.
Suninen musste seinen zweiten Platz bis zur letzten Prüfung verteidigen. Avbelj startete mit 6,9 Sekunden Rückstand in die Power Stage, gewann die abschließende Prüfung und kam noch bis auf 0,5 Sekunden an den Finnen heran. Suninen rettete Rang zwei dennoch ins Ziel und stand damit erstmals in dieser Saison auf dem EM-Podium. „Wow! Das war unglaublich eng“, sagte Suninen. „Ich habe versucht, intelligent zu fahren, aber sobald man ein wenig vorsichtig wird, verliert man überraschend viel Zeit.“
Mit Platz zwei übernahm Suninen nach drei Saisonläufen die Führung in der EM-Wertung. Sein Vorsprung auf Giandomenico Basso beträgt vorläufig drei Punkte.
Basso kam in Rom auf Rang vier ins Ziel. Der zweimalige Europameister hatte Avbelj zwischenzeitlich von Platz drei verdrängt, nachdem der Slowene auf der achten Prüfung einen Dreher hatte. Avbelj konterte jedoch auf der vorletzten Prüfung und sicherte sich den letzten Podiumsplatz mit 3,2 Sekunden Vorsprung auf Basso.
Yoann Bonato beendete die Rallye als bester Lancia-Pilot EM Rang fünf. Der Franzose profitierte davon, dass Arthur Pelamourgues bei seinem ERC-Debüt auf Kurs zu Platz fünf lag, aber auf der zehnten Prüfung verunfallte. Junior-Weltmeister Mille Johansson kämpfte sich nach einem schwierigen Auftakt auf der Super Special noch auf Platz sechs nach vorn. Dahinter folgten Pablo Sarrazin, Andrea Mabellini, Yohan Rossel und Titelverteidiger Miko Marczyk.
Für Lancia brachte der Auftritt in Rom wichtige Erkenntnisse, aber noch nicht das erhoffte Spitzenergebnis. Rossel kam auf Platz neun ins Ziel, sein Teamkollege Nikolay Gryazin lag am Samstag zeitweise in den Top Fünf, musste aber nach einem Getriebeschaden aufgeben.
Auch weitere Mitfavoriten verloren früh ihre Chancen. Dominik Stritesky wurde nach einem Reifenschaden auf der zweiten Prüfung aus dem Kampf um die Spitzenplätze geworfen und startete am Sonntag nicht mehr. Erik Cais musste am Samstag wegen eines Problems mit der Benzinpumpe aufgeben. Andrea Crugnola kehrte am Sonntag nach seinem Ausrutscher zurück und gewann noch die neunte Prüfung.
In der Junior ERC setzte sich Davide Pesavento im Lancia Ypsilon Rally4 HF durch. Er gewann die Klasse mit 32,1 Sekunden Vorsprung auf Opel-Pilot Timo Schulz.
Die Rallye-Europameisterschaft wird vom 24. bis 26. Juli mit der Rallye Polen fortgesetzt. Austragungsort ist die Region um Kattowitz in Schlesien.
14. Rally di Roma Capitale 2026
| 1. | Roberto Daprà / Luca Guglielmetti | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | 1:58:02.5 |
| 2. | Teemu Suninen / Antti Haapala | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +13.8 |
| 3. | Boštjan Avbelj / Elia De Guio | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +14.3 |
| 4. | Giandomenico Basso / Lorenzo Granai | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +17.5 |
| 5. | Yoann Bonato / Benjamin Boulloud | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +58.8 |
| 6. | Mille Johansson / Johan Grönvall | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:14.1 |
| 7. | Pablo Sarrazin / Yannick Roche | Citroen C3 Rally2 | RC2 | +1:24.4 |
| 8. | Andrea Mabellini / Virginia Lenzi | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +1:24.7 |
| 9. | Yohan Rossel / Arnaud Dunand | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +1:30.4 |
| 10. | Mikołaj Marczyk / Szymon Gospodarczyk | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:37.3 |

