Die 20. Ausgabe der Historic Acropolis Rally bot diesmal nicht das gewohnte Bild aus sengender Hitze, knochentrockenen Schotterpisten und dichtem Staub. Stattdessen sorgten heftige Regenfälle in Zentralgriechenland für schlammige, rutschige Prüfungen und schwierige Bedingungen. Einige Vorausautos landeten im Straßengraben, zwei Prüfungen mussten wegen der Witterung gestrichen werden.
Latvala ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken. Auf den ersten elf Prüfungen markierte der Finne jeweils die Bestzeit und setzte sich früh deutlich vom Feld ab. Erst auf den letzten beiden Prüfungen nahm er nach Turboproblemen gezwungenermaßen Tempo heraus. Im Ziel lag Latvala fünfeinhalb Minuten vor Kris Rosenberger im Subaru Impreza GT Turbo Gr. A. Rang drei ging an den jungen Griechen Achilleas Christodoulou (Mitsubishi Lancer Evo V), der etwas mehr als sechs Minuten hinter Latvala ins Ziel kam.
Für Latvala war es nach dem Sieg bei der Rally Costa Brava der zweite Erfolg in der laufenden Historic-EM-Saison. Beim Lauf auf Sardinien, der Rally Costa Smeralda, war er nach einem Unfall ausgeschieden. „In der Meisterschaft hat sich dadurch nicht allzu viel verändert. Auf Schotter haben wir jetzt einen Sieg, auf Asphalt einen Sieg und einen Ausfall. Es gibt fünf Schotterrallyes, die besten drei Ergebnisse zählen. Auf Asphalt sind es acht Läufe, davon werden die besten fünf gewertet. Ursprünglich hatten wir vier Rallyes geplant, aber wir werden sehen, ob wir noch eine fünfte Veranstaltung ergänzen müssen“, erklärte Latvala.
Auch Kris Rosenberger konnte mit seinem Auftritt hochzufrieden sein. Gemeinsam mit Nicola Januschke-Bleicher blieb der Österreicher unter schwierigsten Bedingungen fehlerfrei. „Die Bedingungen waren für alle gleich, also gab es keinen Nachteil für uns. Das ist das Wichtigste. Auf den Prüfungen war es aber eine enorme Rutschpartie. Da musste man wirklich aufpassen. Wenn du nur einmal kurz aus der Spur kommst, zieht dich der Straßengraben magisch an“, sagte Rosenberger.
Gegen Latvala blieb dem Subaru-Fahrer zwar keine realistische Chance, dennoch wertete Rosenberger Platz zwei wie einen Erfolg. „Hut ab vor Jari-Matti, er fährt wirklich in einer eigenen Liga. Dieses Podium fühlt sich wie ein Sieg an.“ Zusätzlich gewann Rosenberger die neue 2000-Kategorie der Histo-EM und übernahm dort die Führung in der Gesamtwertung.
Historic Acropolis Rally 2026
| 1 | Jari-Matti Latvala / Tomiya Maekawa | Toyota Celica Turbo 4WD (ST185) | 1:40:51.3 |
| 2 | K. Rosenberger / N. Januschke-Bleicher | Subaru Impreza 555 | +5:37.9 |
| 3 | A. Christodoulou / K. Soukoulis | Mitsubishi Lancer Evo VI | +6:13.3 |
| 4 | Gregoire de Mevius / André Leyh | Nissan Sunny GTI-R | +7:33.7 |
| 5 | Petros Panteli / A. Chrysostomou | Mitsubishi Lancer Evo VI | +8:02.9 |
| 6 | Vojtěch Štajf / Veronika Havelková | Toyota Celica GT-4 (ST165) | +14:37.4 |
| 7 | Christophe Jacob / Isabelle Regnier | Ford Escort RS 1800 MKII | +14:54.4 |
| 8 | Nemo Mazza / Mauro Marchiori | Ford Escort RS 1800 MKII | +17:28.5 |
| 9 | A. Christodoulou / A. Samaras | Lancia 037 Rally | +18:49.0 |
| 10 | Spiros Moustakas / A. Lakassas | Mazda 323 GT-R | +19:41.0 |
