„Wir machen uns lächerlich“

Schon gestern probten die Teams den Aufstand gegen das aktuelle Reifenreglement. Mit dem Einheitspneu von Pirelli ist man in Wales alles andere als optimal bereift.

6. Dezember 2008

Michael Heimrich

Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn die Wales Rally GB früher im Jahr stattgefunden hätte. Dann müssten die WM-Stars nicht mit dem Schotterreifen über vereiste Pisten fahren und stellenweise hilflos um Traktion ringen. Tiefpunkt der gestrigen Etappe war der schwere Unfall von Chris Atkinson, der sich in einer mittelschnellen Linkskurve mehrfach überschlug und seinen Impreza in einen Totalschaden verwandelte.

„Es war ein extrem frustrierender Tag“, schimpfte Subaru-Teamchef David Richards  entsprechend laut und fordert ein Umdenken bei der FIA. „Seit der Einführung des Einheitsreifens fordern wir einen Notfallreifen, wenn solche extreme Bedingungen vorherrschen. Der Rallyeleiter soll entscheiden können, ob diese eingesetzt werden. Es sollte uns nicht wieder passieren, dass wir den Zuschauern keine Show bieten können, die gestern mit Sicherheit einen noch frustrierenderen Tag als wir hatten. Einer meiner Leute war seit 6 Uhr unterwegs und hat nicht ein Rallyeauto in Action gesehen. Wie können wir der Öffentlichkeit sagen, dass es für die besten Fahrer der Welt zu rutschig war? Das macht doch den gesamten Sport lächerlich.“

Richards fordert nun ein schnelles Umdenken beim Weltverband: „Wir haben immer wieder mit der FIA darüber gesprochen, aber man sagte uns, es sei zu kompliziert, um das Problem zu lösen. Das akzeptieren wir nicht.“

Auch Citroen-Sportchef Olivier Quesnel stimmt in den Chor der Kritiker ein: „Die Bedingungen sind schrecklich und wir haben nicht den richtigen Reifen dafür. Das ist nicht der Fehler von Pirelli, sondern der Fehler des Reglements. Das ist einfach dumm, denn mit einem Notfallreifen hätten wir den Zuschauern und Teilnehmern eine wirklich schöne Rallye bieten können. Das hier soll eine Show sein und wir brauchen die Fans. Aber ohne gute Reifen können wir keine gute Show abliefern. Hinzu kommt auch noch der Sicherheitsaspekt. Und das, was wir hier machen ist nicht schön.“

Weltmeister Sebastien Loeb machte eine einfache Rechnung auf: „Wenn man sich das Atkinson-Wrack anschaut, dann wäre der Einsatz von Schotterspionen deutlich billiger gekommen, ganz zu schweigen von nachgeschnitten Reifen.“

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