VW erwartet 2017er-Reglement im Juli

Über das neue technische Reglement für World Rally Cars wird seit langem hinter verschlossener Tür verhandelt. Volkswagen-Sportchef Jost Capito geht davon aus, dass Mitte Juli das neue Regelwerk verabschiedet wird. Große Veränderungen wird es nicht geben.

24. Mai 2015

Michael Heimrich

VW erwartet 2017er-Reglement im Juli

Mitte Mai-Woche fand die letzte Sitzung der Technik-Kommission statt,  in der die Grundzu?ge des neuen WRC-Reglements verabschiedet wurden. Diese liegen nun dem FIA-Weltrat vor, der in seiner Juli-Sitzung die Sache endlich verkünden soll.
Obwohl alle Beteiligten strikte Geheimhaltung geschworen haben, scheint klar: Die große Revolution wird ausbleiben. Die hatte sich FIA-Präsident Jean Todt vor Jahren gewünscht und dabei auf die Einführung von Hybrid-Technik gedrungen. Doch die Erfahrungen in der Formel-1 schreckten ab und selbst Toyota, immerhin Vorreiter in diesem Bereich, hat sich nach einer kurzen Machbarkeitsstudie schnell von der Idee verabschiedet, auch im Wald- und Wiesen-Motorsport alternative Antriebe einzufu?hren.
„Es wäre nicht nur viel zu teuer und es ist eine Sache, auf einer topfebenen Rennstrecke mit Hybridtechnik zu fahren, aber eine völlig andere in Finnland durch den Wald zu springen. Niemand weiß, wie zuverlässig das System bei Erschu?tterungen arbeitet, wie wir sie im Rallyesport ständig haben. Von einem Unfall ganz zu schweigen“, doziert TMG TMG-Technikchef Pascal Vasselon.
Die neuen Autos werden den aktuellen Modellen weitestgehend gleichen. Die Optik soll einen Tick bulliger werden und die Motoren dürfen künftig mehr Leistung haben, damit man gegenüber den wilden Renner des Rallycross nicht in Verlegenheit gerät.
Im Volkswagen-Lager ist man mit der gefundenen Lösung zufrieden und blickt positiver in die Zukunft.  „Ich denke es geht im Moment alles in die richtige Richtung“, so Sportchef Jost Capito. „Die neuen Regeln werden in Ordnung sein und mit dem Einstieg von Toyota in der Saison 2017 wird die Weltmeisterschaft noch spannender.“
Eine spannende Meisterschaft mit entsprechender öffentlicher Aufmerksamkeit könnte dafür sorgen, dass die Wolfsburger noch eine ganze Weile in der Topliga aktiv sind. „Wir haben die Erlaubnis vom VW-Vorstand bis 2019 in der Weltmeisterschaft zu bleiben, aber nur, wenn die Regeln akzeptabel sind und der Gegenwert stimmt“, so Capito. „Wir haben diese Zusage bis 2019, aber wir denken, das muss nicht das Ende sein.“

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