Spannungsgeladenes VW-Duell

Ein Missverständnis in der Team-Kommunikation sorgt für Ärger bei Sébastien Ogier, Jari-Matti Latvala hat allerdings andere Sorgen. Auch im Kampf um Platz drei ist noch alles drin.

7. Juni 2014

Michael Heimrich

Spannungsgeladenes VW-Duell

Auch wenn Sébastien Ogier sich die Bestzeit der Monster-WP „Monte Lerno“ sicherte und damit den Rückstand auf Jari-Matti Latvala um 11 Sekunden verringern konnte, rollte der amtierende Weltmeister wütend ins Ziel. „Wir haben die Info bekommen, dass Jari-Matti aufgeben muss, da bin ich vom Gas gegangen. Dann wurde uns klar, dass das nicht der Fall ist – wir hätten also noch mehr Zeit gutmachen können“, ärgerte sich Ogier.

Teamkollege Jari-Matti Latvala musste tatsächlich ein paar stressige Kilometer überstehen. „Wir bekamen das Warnsignal, dass der Motor überhitzt, und haben in den Straßen-Modus umgeschaltet. Wir hatten Angst, dass das das Ende sein könnte. Als die Temperatur dann aber wieder fiel, haben wir wieder in den WP-Modus zurückgeschaltet.“ Mit 17,7 Sekunden Vorsprung geht der Finne auf die zweite Schleife.

Auch um den letzten Platz auf dem Treppchen tobt der Kampf. Mads Östberg war jedoch bei beiden WP schneller als Landsmann Andreas Mikkelsen und hat nun 9,4 Sekunden Luft. Aber auch Östberg war nicht zufrieden. „Die Reifen sind zu warm geworden und das Auto ist hin und her gerutscht. Ich hätte schneller sein können, aber mit fehlt einfach das Vertrauen“, sagte Östberg im Mittags-Ziel. Hinter Mikkelsen folgt das Fiesta-Quartett Robert Kubica, Elfyn Evans, Martin Prokop und Henning Solberg. Haydon Paddon ist bei seinem ersten Auftritt im Hyundai i20 Neunter.

Die Bestmarken beim berühmten Micky’s Jump setzten Martin Prokop und Andreas Mikkelsen: Prokop sprang am weitesten, Mikkelsen flog am höchsten. Die 59,13 Kilometer lange WP „Monte Lerno“ ging erwartungsgemäß nicht ohne Zwischenfälle über die Bühne, in den vorderen Reihen hielt sich die Fehlerquote aber in Grenzen. Nur Kris Meeke geriet kurz auf Abwege.

In der WRC2 gingen allerdings gleich drei Topfahrer in die Falle: Martin Kangur, Bernardo Sousa und Yazeed Al-Rahji. Spitzenreiter ist Nasser Al-Attiyah im Ford Fiesta RRC, der Al-Rahjis Auto neben der Strecke sah. „Er hat sich überschlagen, aber beide sind okay“, beschrieb Al-Attiyah. „Wir haben jetzt einen ordentlichen Vorsprung.“ Auf der Zeitenliste sind es ganze sechseinhalb Minuten auf Yuri Protasov, allerdings dürften die Zeiten wegen der gelben Flaggen nach dem Al-Rajhi-Unfall noch korrigiert werden.

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