Schleuderkurs für Loeb

Der Weltmeister wirbt für eine neue Sicherheitskampagne der FIA, welche die Benutzung von Elektronischen Stabilitätskontrollen weiter verbreiten soll.

29. Mai 2008

Michael Heimrich

Böse Zungen lästerten auf dem Flugfeld hinter dem olympischen Dorf am Stadtrand von Athen: „Jetzt hat der Rekordweltmeister nicht mal mehr einen kleinen Citroën C2 im Griff.“ Tatsächlich schleuderte Sébastien Loeb bei einem Ausweichtest mit 70 km/h so heftig, dass er meist mit dem Heck voran die Reise auf der Rollbahn beendete. Allerdings demonstrierte der vielleicht beste Autofahrer der Welt keineswegs seine Unfähigkeit, sondern die Gefahren, denen ein ungeübter Fahrer ohne Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ausgesetzt ist.

„Benutze ESP“ heißt ins Deutsche übersetzt die neue Sicherheits-Kampagne von FIA-Präsident Max Mosley. Der Welt-Automobilverband hat sich für die Initiative nicht nur die Dienste des erfolgreichsten Rallyefahrers aller Zeiten, sondern auch die des besten Rennfahrers der Geschichte gesichert. Auch Michael Schumacher weist auf den Nutzen von ESP hin.

FIA-Projektchef David Ward wies bei einer Pressekonferenz in Athen darauf hin, dass in Europa dank ESP jährlich mindestens 4000 tödliche Unfälle durch die elektronische Fahrhilfe verhindert werden. Während Deutschland als eines der Musterländer gilt (Drei Viertel aller Neuwagen werden mit ESP ausgeliefert) ist die Durchsetzung mit der neuen Technik in anderen europäischen Ländern noch deutlich unterentwickelt. Laut Ward ist ESP, das mit gezieltem Bremseingriff ein Ausbrechen des Hecks verhindert, seit der Entwicklung des Sicherheitsgurtes die wichtigste Erfindung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Sébastien Loeb betont, dass gerade junge und unerfahrene Fahrer von ESP enorm profitieren. „Die meisten Menschen haben doch überhaupt keine Erfahrung mit einem schleudernden Auto. Selbst ich bin froh, wenn ich ESP im Auto habe, denn ich bin im normalen Verkehr auch nicht immer 100prozentig konzentriert.“ Das allerdings hat Loeb mit seinem Frontalcrash auf einer Verbindungsetappe in Jordanien hinreichend bewiesen.

Dass ausgerechnet der König der Drifter für ein Antischleuder-Programm für Autos wirbt, empfindet Loeb nicht als ironisch. Eine Einführung von ESP im Rallyesport hält er indes nicht für realistisch. Zum einen habe die FIA elektronische Fahrhilfen aus Kostengründen ohnehin verboten, zum anderen seien Rallyesport und Straßenverkehr völlig verschiedene Paar Schuhe: „Im normalen Verkehr geht es nur darum, Unfälle zu vermeiden, in unserem Sport ist das Ziel, möglichst schnell zu sein. Das sind völlig andere Aufgabenstellungen.“

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