Für Carlos Sainz ist Fords Rückkehr vor allem deshalb bedeutend, weil sie M-Sport nach Jahren als vergleichsweise kleiner Werkspartner wieder deutlich mehr Rückhalt verschafft. Der Spanier sieht darin einen wichtigen Impuls für die gesamte Rallye-WM.
„Ich bin sehr, sehr glücklich darüber, dass Ford in die Rallye-Weltmeisterschaft zurückkehrt. Für die ganze WRC-Familie und den Motorsport ist es fantastisch, wenn eine Marke wie Ford zurückkommt“, sagt Sainz.
Ford hatte angekündigt, ab 2028 wieder mit einem vollwertigen Werksteam in der WRC anzutreten. Die Zusammenarbeit mit M-Sport bleibt bestehen, allerdings mit deutlich stärkerer Beteiligung von Ford Racing.
Rückenwind für M-Sport
Für Sainz liegt die Bedeutung deshalb nicht nur im Namen Ford. Auch M-Sport bekommt eine neue Perspektive.
Die Verbindung zwischen beiden Seiten reicht bis 1997 zurück. Seitdem entstanden mehrere Generationen von WRC-Fahrzeugen, vom Escort WRC über den Focus WRC und den Fiesta bis zum aktuellen Puma Rally1. Nach dem Ende des vollständigen Werkseinsatzes 2012 führte M-Sport das Programm weiter, unterstützt von Ford, aber mit deutlich geringerem Werksanteil.
Ab 2028 soll sich das ändern. Ford Racing wird wieder enger in Einsatz und Entwicklung eingebunden. Für M-Sport bedeutet das vor allem mehr Rückhalt bei einem Programm, das über Jahre hinweg mit vergleichsweise begrenzten Mitteln gegen große Werksteams bestehen musste.
Neues Auto erst 2029
Der vollständige technische Neustart folgt allerdings erst ein Jahr später. Für 2029 entwickeln Ford und M-Sport ein komplett neues Rallyeauto, das auf einem künftigen europäischen Serienmodell basieren soll.
Damit bleibt 2028 zunächst ein Übergangsjahr. M-Sport will 2027 mit einem Rally2-Kit in der höchsten Kategorie antreten, bevor Ford Racing ein Jahr später offiziell zurückkehrt und 2029 das neue Fahrzeug folgt.
Gerade dieser gestufte Einstieg zeigt, dass Ford nicht nur kurzfristig Präsenz zeigen will, sondern die WRC wieder als langfristiges Entwicklungsfeld betrachtet.
Sainz und Ford verbindet viel
Dass Sainz die Rückkehr mit besonderem Interesse verfolgt, überrascht nicht. Der Spanier fuhr Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre für Ford und M-Sport und gehörte mit Escort WRC und Focus WRC regelmäßig zur Spitze.
Ford selbst zählt zu den prägenden Marken der Rallye-WM. Escort, Sierra, Focus, Fiesta und zuletzt der Puma stehen für mehrere Generationen von WRC-Technik.
Sainz fasst die Bedeutung entsprechend knapp zusammen: Die Rückkehr einer Marke wie Ford sei für die gesamte Weltmeisterschaft „etwas Fantastisches“.

