Ford kehrt ab 2028 mit einem werksunterstützten Team in die Rallye-Weltmeisterschaft zurück. Partner bleibt M-Sport, mit dem der Hersteller seit rund drei Jahrzehnten zusammenarbeitet. Ein komplett neu entwickeltes Rallyeauto soll allerdings erst 2029 sein Debüt geben.
Das neue Fahrzeug wird auf einem der kommenden europäischen Ford-Modelle basieren. Welche Baureihe dafür vorgesehen ist und welches Antriebskonzept Ford wählt, lässt der Hersteller bislang offen.
Für Ford ist die Rückkehr Teil einer deutlich ausgeweiteten Motorsportstrategie. Neben der Rallye-WM engagiert sich der Hersteller inzwischen auch in der Formel 1, der Rally-Raid-WM und ab 2027 wieder in der höchsten Klasse der Langstrecken-WM.
Was fährt Ford 2028?
Die eigentliche Überraschung der Ankündigung steckt im Zeitplan. Ford kehrt bereits 2028 als Werksteam zurück, das neue Auto kommt aber erst 2029. M-Sport hat für 2027 bereits die Entwicklung eines Rally2-WRC-Kits angekündigt. Damit kann ein Rally2-Fahrzeug durch zusätzliche technische und aerodynamische Änderungen in der höchsten WRC-Kategorie eingesetzt werden.
Naheliegend wäre deshalb, dass M-Sport dieses Konzept auch im ersten Jahr des offiziellen Ford-Comebacks nutzt. Bestätigt hat Ford das allerdings nicht. Damit wird 2028 zu einem Übergangsjahr: Ford Racing tritt zwar offiziell wieder als Werksteam auf, während das langfristige WRC-Projekt noch in Entwicklung steckt.
Neues Auto passend zum Reglement
Dass Ford sein neues Fahrzeug erst 2029 bringt, ist auch technisch interessant. Das WRC27-Reglement ist zunächst auf konventionellen Verbrennungsmotor ausgelegt, soll ab 2029 aber deutlich offener werden. Dann sollen unterschiedliche Antriebskonzepte möglich sein.
Neben klassischen Verbrennungsmotoren kommen auch Hybridlösungen, alternative Kraftstoffe oder andere Technologien infrage. Die FIA will dabei über technische Parameter sicherstellen, dass unterschiedliche Konzepte auf einem vergleichbaren Leistungsniveau gegeneinander antreten können.
Ford kann sein neues Auto damit von Beginn an auf jene Reglementphase ausrichten, die langfristig Bestand haben soll.
Verbindung zur neuen Modellgeneration
Bereits vor einiger Zeit wurde von Ford angekündigt, dass in Europa fünf neue Serienmodelle geplant sind, darunter Elektro- und Hybridfahrzeuge. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Kooperation mit Renault. Beide Unternehmen hatten Ende 2025 eine Zusammenarbeit für neue Elektroautos vereinbart. Zwei künftige Ford-Modelle sollen auf einer Plattform der Renault-Tochter Ampere entstehen und in Nordfrankreich produziert werden. Das erste Fahrzeug ist für 2028 vorgesehen. Ford bleibt dabei für Design, Abstimmung und Fahrcharakter verantwortlich.
Ob eines dieser gemeinsam entwickelten Modelle später als optische oder technische Grundlage für das neue WRC-Auto dient, ist nicht bekannt. Ford sagt bislang lediglich, dass der 2029 debütierende Rallyewagen auf einem kommenden europäischen Serienmodell basieren wird.
Die künftige Ausrichtung von Ford dürfte auch den neuen Besitzer des WRC-Promoters interessieren. Schließlich gehört Cosmobilis mit BYmyCAR zu den großen europäischen Autohandelsgruppen und ist zugleich ein bedeutender Ford-Händler in Frankreich.
M-Sport bleibt zentraler Partner
Für M-Sport bedeutet die Entscheidung eine langfristige Perspektive in der Rallye-WM. Die Mannschaft aus Cumbria setzt seit Ende der 1990er-Jahre die WRC-Fahrzeuge von Ford ein und entwickelte unter anderem Focus, Fiesta und den aktuellen Puma Rally1.
2027 beginnt zunächst die neue WRC27-Ära mit dem Rally2-Kit. Ein Jahr später kehrt Ford Racing offiziell zurück, bevor 2029 das vollständig neue Fahrzeug folgt.
