Power Stage-Unsinn

Nachdem die Veranstalter der Rallye Frankreich diese Woche den Streckenverlauf offiziell vorgestellt haben, kochen die Wogen hoch. Die Franzosen erlauben sich eine doppelte Extrawurst: Die Power Stage gibt es bereits zum Auftakt am Donnerstag - noch dazu über einen Stadtkurs. Ein Kommentar.

25. April 2013

Michael Heimrich

Die spinnen, die Franzosen! Die Extra-Punkte werden beim WM-Lauf im Elsass nicht gegen Ende der Rallye, sondern direkt zum Auftakt verteilt. Und im Gegensatz zu den Kollegen, die dem Wunsch der FIA nachkommen und die Power Stage aus den Städten heraus und auf die für die Region typischen Rallyestrecken bringen, hat man sich in Frankreich für den Stadtkurs durch Straßburg entschieden.

Rechtfertigung von offizieller Seite: Von Anfang an sollen „Medienspektakel und sportlicher Kampf“ geboten werden. Dass fünf Kilometer einfacher ins Bild zu bringen sind als 50, dürfte jedem klar sein. Aber schließlich sollen tolle Fernsehbilder her – ist das Europaparlament wirklich so hübsch? Vielleicht sollte man die Abgeordneten in die Autos setzen, dadurch wären zumindest ein paar Lacher garantiert.

Zum sportlichen Kampf. 52 Kilometer Power Stage in Portugal bieten wohl mehr Boden für einen Wettstreit als gerade mal ein Zehntel davon. Außerdem ist ein Stadtkurs einfach nicht geeignet, was ja auch die anderen Veranstalter verstanden haben. „Du kannst nichts gewinnen, aber alles verlieren“, sagen die Fahrer. Man braucht nur Sepp Wiegand zu fragen, was so alles auf einer Zuschauerprüfung passieren kann. Gut, möglicherweise verleiht die Austragung als Power Stage den ungeliebten Stadtkreuzfahrten wieder ein bisschen mehr Biss. Aber wollen wir das überhaupt? Stadionatmosphäre kriegen echte Fans auch an „normalen“ Strecken hin.

Abgesehen von dem Fakt, dass eine Rallye nicht in einem Kreisverkehr augetragen wird, stört auch der Zeitpunkt. Natürlich ist die Luft nicht komplett raus, wenn die Power Stage schon früher gefahren wird, aber ein bisschen Nervenkitzel zum Ende der Rallye – wo doch schon oft die Entscheidung gefallen ist – kommt gerade recht. Schließlich kann man sich nicht darauf verlassen, dass Ogier beim nächsten Mal wieder die Technik um die Ohren fliegt.

Deutschland macht es vor, streicht den Circus Maximus und verlegt die Power Stage in die Weinberge. Die Weinberge das perfekte Bild für die Rallye Deutschland. Die Porta Nigra ist ein tolles Motiv – aber für eine Rallye einfach nicht die richtige Metapher. Vom Europaparlament ganz zu schweigen.

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