Neuville: So gelang der Aufstieg

Thierry Neuville hat das geschafft, wo von viele andere junge Fahrer träumen. Nach einer beindruckenden Saison liegen gleich mehrere Angebote für einen Werksvertrag auf dem Tisch des Belgiers. Sein Aufstieg macht Mut. Interview.

24. Oktober 2013

Michael Heimrich

Thierry, wie schafft es ein normaler Mensch in ein WRC-Cockpit?
Auch mit Glück, keine Frage. Aber neben – so hoffe ich doch – Talent, mit viel Willen, einer tollen Familie und Freunden. Zudem habe ich auf den einen oder anderen guten Rat gehört. Aber klar, es kostet mehr Geld, als ein einfacher CNC-Fräser mit Fachabitur verdient.

Dann erzähl doch mal kurz wie alles begann…
Wie bei den meisten. Autos und Rallyesport fand ich immer spannend. Zusammen mit meinem Vater habe ich immer so drei, vier Rallyes und auch Autocross-Rennen im Jahr besucht. Dann wollte ich es selbst versuchen, aber uns fehlten die Mittel. Also fing ich mit 17 erst einmal im Auto-Cross an. Nach zwei Jahren habe ich mir einen Opel Corsa A gekauft und fuhr genau drei Rallyes. Dann musste ich ihn verkaufen, weil ich das Geld brauchte. Denn nachdem ich eine Sichtung des belgischen Verbands RACB gewann und 2008 in der nationalen Ford Fiesta ST Trophy fahren konnte, musste ich 7.500 Euro Selbstbeteiligung bezahlen.

Eine gute Investition?
So eine Chance muss man ergreifen. Es war der Start meiner Karriere. Ich habe drei Läufe gewonnen und bin zweimal in Führung liegend ausgefallen. Okay, und einmal bin ich abgeflogen. Dann konnte ich durch den damaligen Citroën-Kundensportchef Simon Jean-Joseph und durch meinen Landsmann, den jetzigen Citroën-Teamchef Yves Matton, eine Saison im C2 fahren. Das kostete 40.000 Euro, die ich durch die Familie, auch die meiner langjährigen Freundin Jessica, ersten Sponsoren und dem Verband stemmen konnten. So was ist richtig schwierig, aber wir alle haben geglaubt, dass es funktioniert.

War Deutschland jemals ein Thema, zum Beispiel die DRM?
Eigentlich nie, auch wenn ich mit meinem ersten Beifahrer im Auto noch deutsch gesprochen habe. Aber ich habe schnell verstanden, dass ich Französisch lernen muss und mich erst in Belgien und dann nach Frankreich orientiert. Wir dachten, wenn wir uns da durchsetzen, habe ich auch eine Chance.

Da war auch die Verbindung mit Philipp Bugalski?
Ja. Philipp, der mit Benjamin Perrin einen jungen Fahrer in Frankreich unterstützte, wollte zum Vergleich einen anderen Piloten haben und wurde auf mich aufmerksam. So konnte ich je eine Asphalt- und Schotterrallye in Frankreich fahren. Ich habe nicht nur beide Vergleiche gewonnen, sondern auch bei meiner ersten Schotterrallye überhaupt, auf Anhieb die Citroën-Trophy. Das war schon ein Ding. Vor der letzten WP war ich mit fünf Sekunden Rückstand noch Dritter.

Es folgte der Sprung auf die internationale Bühne?
Einfach war der auch nicht. Okay, einen Großteil des Budgets für die Junior-WM hat Philipp übernommen. Ich musste ein Viertel des Budgets bringen, das waren auch 100.000 Euro. Daneben bin ich in der IRC im Peugeot 207 S2000 angetreten, komplett von Peugeot Belgien finanziert. Nun sitze ich im WRC. Ich verdiene zwar noch kein Geld, muss fürs Fahren aber auch nicht mehr bezahlen. Das ist schon mal eine privilegierte Situation.

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