Neuville plötzlich vorn – Rückschlag für Tänak

Turbulentes Ende der zweiten Etappe der Rallye Korsika: Ott Tänak fängt sich einen Reifenschaden ein und fällt weit zurück, Thierry Neuville setzt auf der längsten Prüfung eine klare Bestzeit und erobert die Führung.

31. März 2019

Michael Heimrich

Neuville plötzlich vorn – Rückschlag für Tänak

Elfyn Evans (Ford) konnte es im Ziel der letzten Tagesprüfung selbst nicht erklären: „Für mich fühlte sich alles gut an. Aber das ist eine Enttäuschung.“ Glatte 16 Sekunden hatte er auf der 47 Kilometer langen Prüfung „Castagniccia 2“ auf Thierry Neuville (Hyundai) verloren, der mit seiner dritten Bestzeit die Führung in der Gesamtwertung übernehmen konnte. „Seit heute morgen habe ich ein gutes Gefühl im Auto und konnte endlich angreifen“, freute sich der Belgier, der mit 4,5 Sekunden Vorsprung in die letzte Etappe starten wird.

Für Ott Tänak gab es am Nachmittag eine bittere Enttäuschung. Er fing sich auf der elften Prüfung einen Reifenschaden ein und fiel vom ersten auf den siebten Platz zurück. „Ich habe eine langsame Kurve angebremst und war vielleicht etwas zu weit außen. Es gab einen kleinen Einschlag und die Felge wurde beschädigt. Nach ein paar Kilometern hielt ich an, denn der Plattfuß hätte das Auto beschädigen können“, erklärte Tänak. „Für mich geht es jetzt nur noch um wichtige Punkte.“

Ogier kämpft sich auf das Podium

Einen Platztausch gab es nicht nur an der Spitze. Sebastien Ogier (Citroën) gelang der Sprung auf das Treppchen und sein direkter Konkurrent Dani Sordo (Hyundai) warf bereits das Handtuch. „Er ist verdammt stark und wenn er morgen so weiter macht, dann gibt es kein Duell.“

Kurz zuvor hatte Ogier eine Schrecksekunde zu überstehen. „Wir hatten zwei oder drei Kilometer kein Anti-Lag mehr. Dann kam es plötzlich wieder und wir sind beinahe rausgerutscht, weil ich mit dem Extraschub nicht gerechnet hatte.“

Die letzte Wertungsprüfung musste abgebrochen werden, weil der VW Polo R5 von Eric Camilli Feuer fing. Bis dahin lag der Franzose knapp hinter WRC2-Spitzenreiter Fabio Andolfi (Skoda). Kurios: In der WRC2 Pro sind beide Fahrer nach einem Unfall ausgeschieden. Zuerst erwischte es Kalle Rovanperä (Skoda), dann schlug Łukasz Pieniążek gegen eine Mauer und rutschte rückwärts einen Hang hinunter.

Der Abbruch der letzten Wertungsprüfung war für Julius Tannert keine gute Nachricht. Er hatte beim ersten Durchgang eine einsame Bestzeit im Feld der Junioren gesetzt und hatte nun die Chance nach der Führung zu greifen. Sechs Sekunden liegt der Sachse hinter Spitzenreiter Tom Kristensson zurück. „Das können wir packen!“, zeigte sich Tannert motiviert.

Am Sonntag stehen nur zwei Wertungsprüfungen auf dem Programm. Weiter geht es um 9:45 Uhr mit der 32 Kilometer langen „Eaux de Zilia“.

Zwischenstand nach WP12

1. Neuville / Gilsoul Hyundai i20 WRC 2:56:50.0
2. Evans / Martin Ford Fiesta WRC +0:04.5
3. Ogier / Ingrassia Citroën C3 WRC +0:44.8
4. Sordo / Del Barrio Hyundai i20 WRC +0:49.9
5. Suninen / Salminen Ford Fiesta WRC +1:32.1
6. Tänak / Järveoja Toyota Yaris WRC +1:54.5
7. Lappi / Ferm Citroën C3 WRC +1:59.3
8. Loeb / Elena Hyundai i20 WRC +3:21.4
9. Meeke / Marshall Toyota Yaris WRC +3:55.9
10. Latvala / Anttila Toyota Yaris WRC +6:35.4

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