Gigi Gallis Empfehlung für mehr „Quer“

Um mehr Action und Drama zu bieten, soll der Ablauf eines WM-Laufs kräftig umgebaut werden. Italiens Driftkönig Gigi Galli würde einen ganz anderen Ansatz verfolgen und Hand ans Fahrzeug anlegen.

16. Juni 2014

Michael Heimrich

Gigi Gallis Empfehlung für mehr „Quer“

Sommer 2009. Tagebauch Reichwalde in der Lausitz. US-Superstar Ken Block trifft bei den Baja 300 Powerdays erstmals auf Gigi Galli und erklärt dem verdutzten Italiener, dass er auch wegen seiner spektakulären Drifteinlagen zum Rallyesport gekommen sei. Im Internet hatte er sich stundenlang die Aufnahmen reingezogen und entschieden, selbst mit dem Querfahren anzufangen.
Solche Aufnahmen sind heute nur noch selten. War es früher normal, dass die Autos vor der Kurve angestellt wurden und dann der weite Heckschwung folgte, so hat sich die Fahrweise mittlerweile komplett verändert. „Durch die optimierte Gewichtsverteilung, werden die Rallyeautos wie Rennwagen bewegt. Eine saubere Linie ist gefragt“, sagt Galli. Der 41-jährige, der heute nur noch selten Zaungast bei Rallyes ist, hat deshalb eine einfache Lösung, um wieder für mehr Action zu sorgen: „Man muss die Techniker dazu zwingen, dass 60 Prozent des Fahrzeuggewichts auf der Vorderachse liegen, dann würden wir nicht nur mehr Drifts sehen, das Tempo wäre niedriger und damit die Sicherheit höher.“
Galli sieht jedoch nicht nur bei der Konstruktion der World Rally Cars Handlungsbedarf, er würde auch die Testfahrten der Werksteams beschränken. „Alle sollten nur noch am Montag vor einer Veranstaltung testen dürfen. Das würde die Chancengleichheit erhöhen und Privatfahrer anlocken“, meint der ehemalige Mitsubishi-Werkspilot, der überzeugt davon ist, dass mit solchen Mitteln für mehr Show gesorgt wird, als durch den geplanten Umbau des Finales.

Galli: Fernsehen wichtiger als Internet

„In meinen Augen kann aber nur das Fernsehen helfen, den Sport wieder mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Das von einigen Leuten gepriesene Internet hilft doch nur Fans wie mir, die eine Information bewusst suchen. Mit dem Fernsehen erreicht man aber neue Leute, die vorher nicht danach gesucht haben“, macht Galli klar, der scheinbar an das Gute im WM-Promoter glaubt. „Der Vermarkter sollte die faszinierenden Bilder an TV-Sender verschenken, dann würde sich bald mehr Menschen Rallye schauen.“

VIDEO: Gigi Galli – Rallylegend 2013

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