Gesucht: Der Rallye-Bernie

Die Hersteller der Rallye-WM sind unzufrieden mit der Vermarktung. Nun fahndet man nach einem Bernie Ecclestone des Rallyesports.

4. September 2007

Michael Heimrich

Zwei Tage vor der Rallye Deutschland kam es in Frankfurt zu einem bisher einmaligen Treffen. FIA-Rallye-Kommissions-Präsident Morris Chandler hatte eingeladen und erstmals setzten sich Vertreter des Weltsportverbands, Veranstalter, Vermarkter von ISC und Hersteller an einen Tisch, um über die eigenen Ziele und die Zukunft des Rallyeports zu diskutieren. „Das war sehr konstruktiv“, sagte Chandler.

Einig sind sich vor allen die Hersteller, dass die TV-Vermarktung zu wünschen übrig lässt. Die lauteste Rede führte dabei Guy Fréquelin. Der Citroën-Sportchef sieht sich gegenüber der Konzernspitze in Erklärungsnot, schließlich plädierte er nach dem Ausstieg aus Kostengründen 2005 für die Rückkehr in die WM. Fréquelin argumentiert, dass es ihm gar nicht um die Kosten gehen, „es geht viel mehr darum, dass der Gegenwert stimmt“, so der Franzose.

Die entscheidende Schwäche der gegenwärtigen Lage sieht Fréquelin im Fehlen eines Promotors. „Wir brauchen einen Mann wie Bernie Ecclestone an der Spitze, der nicht nur die kommerziellen Rechte, sondern auch die Oberhoheit über den Kalender und die Regeln hat. Sollte das funktionieren, bin ich auch bereit, Regeln zu akzeptieren, die möglicherweise Citroën benachteiligen.“ 

Die Bilder der Rallye Neuseeland: Hier klicken…

Auch Vermarktungschef Simon Long wünscht sich einen starken Mann, doch beim Wunsch wird es wohl bleiben. „Die FIA wird niemals die Kontrolle über den Kalender oder die Regeln abgeben“, sagte Rallye-Kommissions-Chef Chandler. Doch der Neuseeländer sieht eine Alternative: „Meiner Meinung nach brauchen wir keinen Diktator. In so einem Fall steht und fällt alles mit dieser einen Person. Das kann gut aber auch schief gehen. Wir brauchen ein Gremium, ein Team, das gemeinsam die Entscheidungen zum Wohl des Ganzen trifft. Die Ergebnisse von Frankfurt waren sehr ermutigend.“

Was die Laune des Neuseeländers zusätzlich hebt: Neben Citroën, Ford, Subaru und Suzuki waren in Frankfurt noch Vertreter zweier weiterer Hersteller vor Ort, die mit einem Einstieg in die Rallye-WM liebäugeln. Namen wollte Chandler allerdings nicht verraten.

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