Die Asphalt-Safari

Mit anderen Asphaltläufen lässt sich die 'Deutschland' nur schwer vergleichen. Die unterschiedliche Charakteristik der Strecken stellt eine große Herausforderung dar.

13. August 2007

Michael Heimrich

Die Asphalt-Safari

Verwinkelte Weinberg-Wirtschaftswege, raue Militärpisten, schnelle Landstraßen: Die Rallye Deutschland mit ihren ständig wechselnden Streckencharakteristiken stellt nicht nur die weltbesten Drifter, sondern auch die Reifen ihrer Turbo-Allradler vor enorme Herausforderungen.

Ein Parameter hat bei bisher allen WM-Läufen in Deutschland eine wichtige Rolle gespielt: das regnerische Wetter. „Diese Veranstaltung ist wirklich anspruchsvoll“, weiß auch Christan Letort, der Cheftechniker des BFGoodrich Rallye-WM-Teams. „Die Witterung kann sich in jedem einzelnen der zahlreichen für diese Region so typischen Täler anders auswirken. Dabei müssen sich die Fahrer im Service-Park in Trier festlegen, welche Pneus sie für die bevorstehenden drei oder vier Wertungsprüfungen aufziehen lassen – die aber noch Stunden und teilweise mehr als 100 Kilometer weit entfernt sind. Dabei kann es auf der einen knastertrocken sein, während es auf der nächsten wie aus Eimern gießt. Die Reifenwahl während der Rallye Deutschland ist stets ein heißes Eisen und nicht minder schwierig als bei der ,Monte‘.“

Erschwerend hinzu kommen die sehr unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Prüfungen. BFGoodrich reagiert auf diese Problematik mit einem besonders komplexen Angebot unterschiedlicher Rallye-Spezialisten, das zum Beispiel nicht weniger als vier individuelle Laufflächenmischungen für trockene Verhältnisse umfasst. So eignet sich der weiche g-Force Profiler „0+“ für kühle Temperaturen und feuchte Bedingungen, der „2-“ deckt Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius ab, während der g-Force Profiler „2“ bis 25 Grad die richtige Wahl ist. Mittelhart präsentiert sich der „2+“ für die besonders rauen und Verschleiß intensiven Betonwege im Militärgebiet von Baumholder. Hinzu kommt als „Intermediate“ noch der g-Force profiler „H“, ein mittel-weicher Regenspezialist. Dessen Profil kann per Hand weiter aufgeschnitten werden, um auf besonders heftigen Niederschlag zu reagieren.

Dabei müssen Teams und Fahrer auch noch prophetische Vorhersagen treffen und eine Woche vor dem Start ihr 60 Pneus umfassendes Reifenkontingent aus diesem Angebot heraus auswählen und bei der Sporthoheit FIA anmelden. Von diesen 60 Stück dürfen während der gesamten Veranstaltung inklusive des Shakedown am Donnerstag nur 43 zum Einsatz kommen. 

Statistisches
Rallye Deutschland, 10. Lauf zur Rallye-WM 2007 (16. bis 19. August 2007); Gesamtlänge: 1.227,04 Kilometer, davon 19 Wertungsprüfungen über 356,27 Kilometer; längste WP: 30,55 Kilometer (WP 10 und 14, „Arena Panzerplatte“); Start und Ziel: Trier.

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