Scheidhammer als „Bärentöter“

Bei Nordbayerns einziger Schotter-Rallye zog Alois Scheidhammer dem "Bären-König" Reinhard Honke mit dem Opel Kadett GSi das Fell über die Ohren.

24. Mai 2004

Michael Heimrich

Scheidhammer als „Bärentöter“

Bei der ADAC-Bären-Rallye in Bindlach startete Ex-Rallye-Pokal-Sieger Reinhard Honke aus dem nahen Himmelkron als Titelverteidiger und Favorit. Doch bei Nordbayerns einziger Schotter-Rallye zog Alois Scheidhammer dem „Bären-König“ das Fell über die Ohren. Der 41-jährige Kfz-Meister aus Vilsbiburg in Niederbayern brachte das Kunststück fertig, auf losem Untergrund mit dem frontgetriebenen Opel Kadett GSi alle Allradler und die Driftkünstler aus dem Schotter-Cup zu verblasen.

Der Schlüssel zum Erfolg bei der Bären-Rallye lag tief im Wald bei Theta. Wer dieses 12-Häuser-Dorf bisher nicht kannte, braucht sich nicht schämen; wer es jetzt nicht kennt, hat eine der herausforderndsten Schotterprüfungen Deutschlands verpasst! Mit seinen zahllosen Kuppen und schnellen Kurven erinnerte der 3 km lange Rundkurs die Volvo-Treter an Schweden. Rainer Keck und Holger Knöbel fühlten sich in den Volvo 244 sauwohl auf dem 2-Runden-Kurs, hängten die verstörten Allrad-Piloten ab und mussten sich nur dem BMW-Piloten Sven Hasselbach beugen ? und Alois Scheidhammer, der den Kadett traumhaft sicher und schnell über die Forstwege trieb.

Auch die zweite Prüfung durch den Steinbruch Schicker bei Untersteinach mit breiten, oft steilen Schottertrassen begeisterte Fahrer und Zuschauer. Honke setzte mit seinem Ford Sierra Cosworth zwar bis zur Halbzeit drei Bestzeiten und führte ganz knapp vor Hasselbach und Scheidhammer, doch beim zweiten Durchgang in Theta schlug der Niederbayer erneut gnadenlos zu und sicherte sich mit einer Glanzleistung den Gesamtsieg der 30. Bären-Rallye. BMW-Pilot Sven Hasselbach feierte als Gesamtzweiter und Gruppensieger ein tolles Comeback nach Fußbruch und berufsbedingter Pause und brachte den Cup-BMW noch vor Honke ins Ziel. Hobbydrifter Horst-Lars Müller (BMW 318) als Vierter und Rainer Keck (Volvo 244) als Fünfter komplettierten die Super-Vorstellung der Hecktriebler.

Hinter dem hochzufriedenen Rüdiger Dilg, dessen Kadett endlich einmal hielt, kam der Niedersachsen Guido Imhoff im Kit-Golf auf Rang 7 ins Ziel und verteidigte damit die Führung im Schotter-Cup, zumal Frank Richert seinen Escort mit Getriebeschaden abstellen musste. Mit 88 Startern erlebte die Bären-Rallye ein stolzes Feld und zudem eine niedrige Ausfallquote: 75 Teams erreichten das Ziel in Bindlach bei Bayreuth.

Ergebnis:
1. Scheidhammer/Stelzer, Opel Kadett GSi 16V, Gr. F, 26:55 Minuten
2. Hasselbach/Meyer, BMW 318is, Gr. F-2005, 12 Sekunden zurück
3. Honke/Nitsche, Ford Sierra Cosworth, Gr. F, 20 Sek.
4. Müller/Füß, BMW 318is, Gr. F-2005, 34 Sek.
5. Keck/Knöbel, Volvo 244, Gr. F-2005, 52 Sek.
6. Dilg/Heindlmeier, Opel Kadett GSi 16V, Gr. F, 57 Sek.
7. Imhoff/Walker, VW Golf 3 Kit Car, Gr. F, 1:21 Min.
8. Knöbel/Brentrup, Volvo 244, Gr. F-2005, 1:24 Min.
9. Magnien/Rath, BMW 318is, Gr. F-2005, 1:25 Min.
10. Macht/Volland, VW Polo GTI 16V, Gr. N, 1:26 Min.

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