Rallye-WM gastiert 2002 erstmals in Deutschland

Endlich ist die Entscheidung offiziell. Die FIA verkündete heute die 'Beförderung' der Deutschland-Rallye zum WM-Lauf.

3. Oktober 2001

Michael Heimrich

Erstmals in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft findet im nächsten Jahr ein WM-Lauf in Deutschland statt. Dies entschied der Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) am Mittwoch auf seiner Sitzung in Köln. Die ADAC-Rallye Deutschland findet vom 22. bis 25. August 2002 als zehnter von 14 WM-Läufen «Rund um Trier» statt. Nach 20 Jahren hat der ADAC, mit rund 14 Millionen Mitgliedern zweitgrößter Automobilclub der Welt, damit endlich sein Ziel erreicht.

Nach dem bestandenen «WM-Abitur» im Juli erfolgte nun in der Domstadt am Rhein die Zeugnisübergabe in Form des WM-Prädikats. Die Zustimmung des Weltrats war allerdings nur noch eine Formsache, nachdem sich die für die Entscheidung wichtige FIA-Rallyekommission bereits Ende August für die ADAC-Rallye ausgesprochen hatte.

ADAC-Sportpräsident Herrmann Tomczyk (Rosenheim) wirkte sichtlich erleichtert, als er am Mittwoch die FIA-Entscheidung verkünden durfte. «Wir freuen uns und sind stolz darauf, dass die ADAC-Rallye Deutschland zur Weltmeisterschaft zählt», erklärte er. «Entscheidend hierfür war unsere gelungene Generalprobe in diesem Jahr. Natürlich wissen wir, was nun vor uns liegt. Ich bin mir aber sicher, dass wir diese ehrenvolle Aufgabe zur größten Zufriedenheit lösen werden.»

Der zweifache Weltmeister und Porsche-Repräsentant Walter Röhrl (Regensburg) freute sich, dass seine Mission als ADAC-Rallye- Botschafter jetzt zum Erfolg führte: «Diese Entscheidung erfüllt mich mit großer Zufriedenheit. Die Vorstellung, die wir in diesem Jahr geboten haben, war auch entsprechend. Sie war in der Organisation
perfekt, gerade in punkto Sicherheit.»

Für Armin Schwarz (Oberreichenbach), zurzeit Deutschlands einziger WM-Fahrer, hat das höchste Rallyeprädikat einen besonderen Aspekt. «Ich freue mich, im eigenen Land endlich einen WM-Lauf fahren zu können. Wir haben lange genug darauf gewartet. Der Rallyesport wird in Deutschland endlich salonfähig», meinte der Skoda-Pilot.

Für den FIA-Zuschlag waren aber auch wirtschaftliche Aspekte maßgeblich. Dies ließ Corrado Provera, Sportchef beim Rallye-Weltmeister Peugeot, erkennen. «Deutschland ist ein zu bedeutender Automobilmarkt. Daher ist es wichtig, dass Deutschland in der Weltmeisterschaft vertreten ist», meinte Provera.

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