Die heutige Etappe verlief deutlich schneller und weniger sandig als am Vortag – ideale Voraussetzungen für Fahrer, die gezielt auf einen Etappensieg aus waren. Für die Favoriten der Gesamtwertung, die früh starten mussten, erwies sich das Profil hingegen als Nachteil. Entsprechend kamen die Anwärter auf den Tagessieg überwiegend aus den hinteren Startpositionen. Am besten nutzte diese Ausgangslage Mattias Ekström. Der Schwede fuhr die Bestzeit und feierte damit seinen achten Etappensieg bei der Rallye Dakar sowie bereits den dritten in diesem Jahr.
Hinter Ekström sorgte Romain Dumas für ein starkes Ergebnis. Der Ford-Raptor-Pilot verpasste seinen ersten Dakar-Etappensieg zwar um 1:22 Minuten, erreichte bei seiner neunten Teilnahme jedoch das bislang beste Resultat seiner Karriere.
An der Spitze der Gesamtwertung steuert Nasser Al Attiyah weiter dem Sieg entgegen. Mit einem Vorsprung von zwölf Minuten auf Henk Lategan ging der Dacia-Pilot am Morgen in Bisha an den Start und hatte klar die Kontrolle des Rennens im Fokus. Über die 346 Kilometer spielte ihm dabei nicht nur seine Erfahrung, sondern auch das nötige Glück in die Karten – im Gegensatz zu seinem direkten Verfolger.
Lategan, der sich trotz zahlreicher Probleme bislang auf einem Niveau nahe seines Vorjahresergebnisses (Rang zwei) halten konnte, erlitt nach 140 Kilometern einen Defekt am Lager des linken Hinterrades. Die Reparatur kostete zu viel Zeit und beendete seine Hoffnungen auf einen Podestplatz bei der Dakar 2026 endgültig.
Profiteur dieser Entwicklung ist Nani Roma. Der Katalane rückte mit seinem Ford Raptor auf Rang zwei der Gesamtwertung vor und liegt nun 8:40 Minuten hinter Al Attiyah – ein Rückstand, der ohne außergewöhnliche Ereignisse kaum noch aufzuholen scheint.
Allerdings stellt sich für Roma die strategische Frage, ob ein rein verwaltender Ansatz sinnvoll ist. Zwar beträgt sein Vorsprung auf den Drittplatzierten Sebastien Loeb rund zehn Minuten, doch Loeb hat weiterhin die Chance, Dacia einen Doppelsieg zu sichern und selbst zum vierten Mal in seiner Karriere Rang zwei bei der Dakar zu erreichen.
Zwischenstand nach Etappe 11
| 1. | N. Al-Attiyah / F. Lurquin (QAT/BEL) | Dacia Sandrider | 44:39:59 |
| 2. | N. Roma / A. Haro (ESP/ESP) | Ford Raptor T1+ | +8:40 |
| 3. | Sebastien Loeb / E. Boulanger (FRA/FRA) | Dacia Sandrider | +18:37 |
| 4. | M. Ekström / E. Bergkvist (SWE/SWE) | Ford Raptor T1+ | +21:32 |
| 5. | C. Sainz / L. Cruz (ESP/ESP) | Ford Raptor T1+ | +28:48 |
| 6. | M. Serradori / L. Minaudier (FRA/FRA) | Century CR7 T1+ | +36:06 |
| 7. | L. Moraes / D. Zenz (BRA/GER) | Dacia Sandrider | +37:01 |
| 8. | T. Price / A. Monleon (AUS/ESP) | Toyota Hilux T1+ | +56:59 |
| 9. | S. Variawa / F. Cazalet (RSA/FRA) | Toyota Hilux T1+ | +1:03:56 |
| 10. | G. Botterill / O. Mena (RSA/ESP) | Toyota Hilux T1+ | +1:07:43 |


