Mit einem Paukenschlag ist Oliver Solberg in seine erste Saison für Toyota gestartet. Beim Auftakt der Rallye Monte-Carlo führte er das Toyota-Team zu einem Dreifachsieg und reist nun als WM-Spitzenreiter zur Rallye Schweden – seinem Heimspiel und dem einzigen reinen Schnee- und Eis-Lauf im Kalender.
Nach den extremen Winterbedingungen an der Côte d’Azur wartet in Nordschweden ein völlig anderes Szenario: Spikereifen, hohe Kurvengeschwindigkeiten und das charakteristische Anlehnen an Schneewälle prägen den Charakter der Rallye. Seit dem Umzug nach Umeå im Jahr 2022 sorgen die Nähe zum Polarkreis und schnellere Prüfungen für konstant harte Winterbedingungen.
Solberg geht mit vier Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Elfyn Evans an den Start. Evans zählt als zweifacher Schweden-Sieger zu den Favoriten, ebenso Takamoto Katsuta, der das Toyota-Aufgebot komplettiert. Ebenfalls im Einsatz: Sami Pajari für das zweite Toyota-Team. Insgesamt bringt Toyota Gazoo Racing World Rally Team fünf GR Yaris Rally1 an den Start. Auch wenn Sebastien Ogier nicht genannt ist, ergänzt Lorenzo Bertelli das Feld im Kundeneinsatz.
Für Solberg ist die Ausgangslage außergewöhnlich, sportlich wie emotional. „Mit einer WM-Führung zur Heimrallye zu kommen, ist völlig verrückt. Davon hätte ich nicht einmal zu träumen gewagt“, sagt der 23-Jährige. Trotz des Traumstarts bleibt er bewusst zurückhaltend: „Ich gehe weiterhin Rallye für Rallye an. Mit diesem Auto lerne ich bei jedem Einsatz dazu.“
Die Rallye Schweden gilt seit Jahren als sein Lieblingslauf – auch wegen der besonderen Atmosphäre. „Freunde und Familie sind hier, die Stimmung ist einzigartig. Und die Bedingungen sind einfach die besten: Das ist der größte Spaß, den man in einem Rallyeauto haben kann.“
Dass er als WM-Führender die Rallye eröffnen muss, sieht Solberg pragmatisch: „Erster auf der Strecke zu sein, ist in Schweden nicht immer ideal. In manchen Prüfungen kann es ein Vorteil sein, in anderen eher nicht. Ich hoffe auf gute Bedingungen, will mein Bestes geben – und einfach so schnell fahren, wie es geht.“
Der Startschuss fällt am kommenden Donnerstagabend mit der Umeå-Prüfung (19:05 Uhr), das Finale steigt am Sonntagmittag um 12:15 Uhr mit der Power Stage – ebenfalls auf der 10,23 Kilometer langen Strecke in Umeå.





