Suzuki-Ausstieg: Die Hintergründe

Die Rallye-WM hat einen Farbtupfer weniger. Suzuki steigt nach nur einer Saison aus dem WRC-Geschäft aus.

15. Dezember 2008

Michael Heimrich

Ob die Absatzkrise der Auto-Industrie tatsächlich der Grund für die Entscheidung war, oder ob sie nur als willkommene Entschuldigung herhalten muss, lässt sich nicht klären. Fakt ist, dass Suzuki am 15. Dezember 2008 den Rückzug aus der Rallye-Weltmeisterschaft bekannt gegeben hat. Dabei spricht man in Japan keineswegs von einer Schöpfungspause, um vielleicht ein Ende 2007 begonnenes Super-2000-Auto bis zur Premiere des neuen Reglements 2010 zur World-Rally-Car-Reife zu entwickeln. Der Ausstieg ist endgültig. Künftig will sich das Unternehmen im japanischen Hamamatsu verstärkt um die Entwicklung umweltfreundlicherer Antriebe kümmern, hieß es in der offiziellen Presseerklärung.

Hinter dieser politisch opportunen Aussage stecken aber noch verzwicktere Gründe. Die Verkäufe des Geländewagens Grand Vitara sind zuletzt zwar deutlich zurückgegangen, dennoch ist Suzuki eines der wenigen profitablen Autounternehmen dieser Tage mit einer Kleinwagenflotte, das für künftige Geschäfte besser gerüstet scheint, als die Hersteller von Luxusautos. Allerdings musste Suzuki im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro aufbringen, um Anteile des maroden General Motors-Konzerns wieder zurückzukaufen.

Auch das Rallyeprojekt hätte erhebliche Mehrkosten verursacht. Zum einen wäre ein Anschluss an die Ernst zu nehmenden Werksteams nur mit einer deutlichen Budget-Aufstockung möglich gewesen. 2008 fehlte es vor allem an Geld zur Motorenentwicklung und für Testfahrten. Zum anderen hing die komplizierte Geschäftsstrukur der Sportabteilung der Konzernmutter wie ein Mühlstein am Hals. Suzuki Motorsport gehört nämlich dem ehemaligen Sportchef Nobuhiro Tajima, den man erst im September wegen anhaltender Erfolglosigkeit kalt gestellt hat. So konnte man Tajima auch nicht offiziell feuern, er ließe die Amtsgeschäfte nur ruhen, ließ man in Japan verlauten. Zudem besitzt der Mann mit dem markanten Schädel, der ihm den Spitznamen Monster einbrachte, erheblichen Einfluss. Tajima ist mit zahlreichen Filialen der größte Suzuki-Händler Japans. Der Suzuki-Vorstand hätte Tajima entweder sein Team für teures Geld abkaufen oder mittelfristig eine komplett eigene Sportabteilung auf die Beine stellen müssen.

Künftig werden sich die sportlichen Aktivitäten auf Betreuung und Teileversorgung von Privat-Teams in der Junioren-WM und Marken-Pokale mit dem Swift beschränken. So wird auch der Suzuki-Cup in Deutschland 2009 weitergeführt. In der Weltmeisterschaft bleibt von den Gelben lediglich ein wenig Statistik. 2002 eingestiegen, eroberte Suzuki mit Per-Gunnar Andersson zwei Mal den Titel des Junioren-Weltmeisters. Beim im Oktober 2007 angelaufenen WRC-Programm holte der SX4 bei 17 Einsätzen zwei fünfte Plätze durch denselben Andersson. Der Schwede muss sich nun ebenso wie Teamkollege Toni Gardemeister einen neuen Job suchen.

Die Bilder der Rallye-Weltmeisterschaft 2008…

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