Schwere Aufgabe für Ford

Nur vier Tage nach dem Zieleinlauf in Spanien geht es am kommenden Wochenende auf Korsika zum zweiten Teil des mediterranen „Asphalt-Duetts“ der Rallye-WM.

9. Oktober 2007

Michael Heimrich

Obwohl ebenfalls ausschließlich auf festem Untergrund gefahren, stellt die gern als „Rallye der 10.000 Kurven“ bezeichnete Asphalt-Hatz auf Korsika eine völlig andere Herausforderung dar als die zurückliegende Rallye Spanien: Statt der schnellen, fließenden Prüfungen rund um Tarragona bekommen es die Rallye-WM-Piloten auf der Napoleon-Insel mit engen, winkligen Straßen sowie häufig aufgebrochener Asphaltdecke zu tun. Die unvorhersehbare Witterung – an der auch der Umzug des französischen WM-Laufs vom April in den Oktober nichts änderte – erschwert die Aufgabe für Fahrer und Teams zusätzlich.

„Mir gefallen die korsischen Wertungsprüfungen besser als die in Spanien, da sie eher traditionellen Rallye- statt Rundstrecken-Charakter besitzen“, bekennt der WM-Führende, der zum achten und letzten Mal in Korsika startet. Nach zweiten Plätzen 2002 und 2006 hofft der 39-jährige Finne – der mit Ende der Saison seinen Helm an den Nagel hängen will – am Wochenende auf ein ähnliches Resultat, um seine Titelhoffnungen weiter zu nähren.

„Wir haben in Spanien bewiesen, dass Ford das richtige Paket besitzt, um unsere WM-Gegner auch auf ihrem Lieblingsuntergrund herauszufordern: trockenem Asphalt,“, erklärt „Magic Marcus“, der auf beständiges Wetter hofft. „Ich mag rutschigen Asphalt nicht besonders. Sollte es auf Korsika regnen, haben wir eine Menge Arbeit vor uns. Du kannst schnell die falschen Reifen wählen und durch einen Fehlgriff deine ansonsten gute Rallye ruinieren. Aber wir haben genug erfahrene Profis im Team, die das Wetter beobachten und uns Hinweise zur Reifenwahl geben.“

Teamkollege Mikko Hirvonen will bei seinem vierten Start auf der korsischen Asphalt- Achterbahn sein bisher bestes Ergebnis – einen vierten Platz 2006 – übertreffen. „Korsika ist die klassische Asphalt-Rallye“, freut sich der 27-Jährige. „Hier folgt Kurve auf Kurve, es gibt kaum Geraden. Die Straßen sind wellig und extrem verschleißfördernd. Obwohl schnell sein hier schwieriger ist als in Spanien, zählt Korsika eindeutig zu meinen bevorzugten Asphalt-Rallyes.“

Das Ford-Team testete Mitte September vier Tage lang auf der Mittelmeerinsel, wobei Grönholm und Hirvonen jeweils zwei Tage am Steuer des Ford Focus  WRC saßen. Während diese Tests auf der Ostseite Korsikas nahe Bastia stattfanden, verteilen sich die 16 Wertungsprüfungen des französischen WM-Laufs mit einer Gesamtlänge von 359,32 Kilometern eher auf der Westseite rund um das Rallye-Zentrum Ajaccio.

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