Reifendiskussion geht weiter

Die FIA könnte von ihren Plänen, ab 2005 nur noch Einheitsreifen zu erlauben, abkommen, wenn die Firmen akzeptable Vorschläge zur Kostenreduzierung machen.

31. März 2004

Michael Heimrich

Reifendiskussion geht weiter

Sowohl Michelin, als auch Konkurrent Pirelli, haben sich vehement gegen die Einführung eines Einheitsreifen ausgesprochen, aber gleichzeitig ihre Bereitschaft erklärt, Vorschläge zur Kostenreduzierung zu unterbreiten. Beide Firmen stimmen überein, dass die Reifen wesentlich haltbarer gemacht werden könnten, als dies im Moment der Fall ist.

„Unser Standpunkt ist der gleiche: In der Königsklasse muss es Konkurrenz geben. Wir sind bereit darüber zu diskutieren, wo wir Kosten einsparen können. Aber so lange ich keine Details über die FIA-Pläne habe, kann ich keinen Gegenvorschlag machen“, erklärte Paul Hembery von Pirelli.

Michelin will mit der Entwicklung eines neuartigen Reifens, der nach FIA-Plänen mindestens 150 WP-Kilometer halten soll, im Juli beginnen. Rallye-Chef Aime Chatard erklärte aber, dass man mit dem Einsatz dieser neuen Generation nicht schon im Jahr 2005 rechnen könnte, so wie es die FIA will. Außerdem sei es zu früh zu sagen, ob mit einem solchen harten Reifen die Autos mehr oder weniger driften.

Hintergrund der Debatte ist die von Max Mosley verfolgte Kostenreduzierung. Der FIA-Chef versucht in allen Bereichen die Ausgaben zu drücken, um die Rallye-Weltmeisterschaft für Hersteller attraktiver zu machen.

ISC-Chef David Richards sprach sich dafür aus, dass jeder Hersteller nur eine bestimmte Anzahl von Reifen in der Saison liefern darf. Anhand des neuen Barcode-Systems wäre dies leicht zu überprüfen. Richards stellt sich ein System, ähnlich wie in der Formel-1 vor. Dort dürfen die Piloten während einer Rennens auf maximal 40 Reifen und zwei Typen zurückgreifen.

Die Beschränkung der Reifen war nur ein Punkt, welcher auf der letzten Sitzung des World Council besprochen wurde. Auch die Einführung des neuen „SUPErally-Systems“ stand auf der Tagesordnung. Dadurch soll es bereits ausgeschiedenen Teams möglich sein, auf der folgenden Etappe wieder in die Rallye einzusteigen. Neue technische Beschränkungen für den Aufbau eines World Rally Cars wurden ebenfalls diskutiert.

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