Rallye-WM-Ausbau: „16 ist eine gute Zahl“

Die Rallye-Weltmeisterschaft soll nach dem Willen der FIA deutlich anwachsen. Entsprechend intensiv wird über Möglichkeiten diskutiert, wie man die Erweiterung auf angestrebte 16 Läufe umsetzen kann.

23. Februar 2017

Michael Heimrich

Rallye-WM-Ausbau: „16 ist eine gute Zahl“

Die Nachfrage ist da. Mehr als 20 Länder haben ihr Interesse an der Austragung eines WM-Laufs bekundet. Vor allem in der Asien-Pazifik-Region gibt es großes Interesse an der Top-Liga. In Neuseeland wirbt man schon seit Monaten für eine Rückkehr der Rallye-WM. Australien will den WM-Lauf unbedingt behalten. China ist steht trotz der letztjährigen Absage weiterhin ganz oben auf der Agenda. Zusätzlich haben sich Japan, Indien und Malaysia angemeldet. Bewerbungen liegen auch aus Chile, Kanada, Abu Dhabi, oder der Türkei vor.
Das alles kommt der FIA gelegen, denn schon vor einiger Zeit forderte Präsident Jean Todt, dass man sich globaler aufstellen muss, um der Bezeichnung „Weltmeisterschaft“ wirklich gerecht zu werden.
Um den Ausbau des WM-Kalenders auch tatsächlich zu schaffen, muss allerdings das gesamte Format eines WM-Laufs überdacht und gestrafft werden. Erstes ‚Opfer’ der Streichliste könnte der Shakedown sein. 
„Man könnte zum Beispiel auch einen Tag bei der Streckenbesichtigung sparen und danach den Donnerstag und Freitag zusammenlegen. Dann wäre ein WM-Lauf nur noch vier statt sechs Tage lang. Ob nun an drei oder zweieinhalb Tagen gefahren wird, macht keinen großen Unterschied. An der Streckenlänge müsste sich also gar nicht so viel ändern. Wir hätten konzentriertere Action und die DNA des Rallyesports würde auch erhalten bleiben“, erklärte FIA-Rallye-Direktor Jarmo Mahonen gegenüber ‚Motorsport aktuell’. 

Ausbau um jeden Preis?

Der mächtige Finne betont, dass die Werksteams über 50 Testtage pro Saison haben und vor jeder Rallye intensiv testen würden. Der Shakedown hätte daher seinen Sinn verloren. Die Meinung der kleinen Teams, welche die Starterliste auffüllen, spielt in seinen Plänen offenbar keine Rolle. Aber auch die Hersteller werden den Ausbau des Kalenders kritisch hinterfragen. Citroën und M-Sport verfügen über ein begrenztes Budget, zudem zeigt das Beispiel Formel1, dass eine möglichst große Zahl von Rennen nicht automatisch für eine Zunahme in der öffentlichen Wahrnehmung führt.
Mahonen lässt sich trotzdem nicht von seinen Plänen abbringen: „Wenn man mich fragt, halte ich 16 WM-Läufe für eine gute Zahl. Es wäre ein toller Mix aus Traditionsveranstaltungen und ganz neuen Rallyes.“

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