Petter Solberg hört auf

Petter Solberg hat den Kampf um ein Werkscockpit 2013 aufgegeben. Der Ex-Weltmeister hatte vergeblich versucht, den zweiten Fiesta WRC von M-Sport zu bekommen. Jetzt tritt er ab.

4. Dezember 2012

Michael Heimrich

Auf ein weiteres Jahr im Ford Fiesta WRC hatte Petter Solberg gehofft, doch dieser Traum ist vorbei. Die gestrigen Verhandlungen mit M-Sport sind gescheitert, jetzt macht Solberg das wahr, was er für diesen Fall angekündigt hatte: Er tritt zurück!

"Ich bin dankbar für die gemachten Erfahrungen während meiner 15 Jahre in der Weltmeisterschaft", sagte Petter Solberg. "Es ist schade jetzt gehen zu müssen, denn ich wäre gerne noch ein paar Jahre weitergefahren, aber ich musste erkennen, dass ich kein WM-Programm im nächsten Jahren haben werde. Ich habe zwar gesagt, dass ich ohne Gehalt fahren würde, aber ich will nicht dafür bezahlen. Das bedeutet aber nicht, dass man mich niemals wieder in einem World Rally Car sehen wird!"

Solberg hatte seine WM-Karriere bei Ford begonnen, eher er zu Subaru wechselte und dort Weltmeister wurde. Nach dem Ausstieg der Japaner kämpfte er sich als Privatier durch und kehrte in diesem Jahr endlich wieder in ein Werkscockpit zurück. Doch eine Vielzahl von Fahrfehlern verhinderten die erhofften Ergebnisse, der Stern des Publikumsliebling, der 2005 seinen letzten WM-Sieg erringen konnte, begann dramatisch zu sinken.

Nachdem M-Sport-Chef Malcolm Wilson in der Vorwoche Mads Östberg als neue Nummer-1 bestimmte, wurde die Luft für Solberg immer dünner. Vor allem der russische Youngster Evgeny Novikov machte deutlich, dass ihm die Zukunft gehört und gilt nach der Entscheidung von Solberg als heißester Kandidat für das zweite Werkscockpit. Nicht nur dessen diesjährige Entwicklung spricht für Novikov, auch die kolportierte Mitgift von 2,5 Millionen Euro ist ein klares Argument für eine Verpflichtung. Diese Summe wollte Solberg nicht mehr aufbringen. Allerdings zeigte er Verständnis für die Entscheidung von Wilson: "Ich sehe die schwierige finanzielle Situation des Teams in der Saison 2013 und wünsche ihnen das Beste für die Zukunft."

Zum Abschied bedankte sich Solberg bei seinen Fans. "Sie haben mich durch alle Höhen und Tiefen begleitet und unterstützt. Dies war einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich es so genossen habe, was ich getan habe. Ich hoffe, dass sie Verständnis zeigen und mich bei meinen kommenden Unternehmungen weiterhin verfolgen werdet. Ich verspreche, es wird es wert sein", meinte der Norweger.

Kleine Randnotiz: Lässt man Teilzeitarbeiter Sebastien Loeb einmal außen vor, wird im kommenden Jahr kein Weltmeister in der Topliga starten. Petter Solberg, der 2003 den Titel gewinnen konnte, war der letzte Champion vor der Ära Loeb, der seit neun Jahren ungeschlagen ist. 

RÜCKBLICK: Der Karrierestart von Petter Solberg …

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