Nachdem Sami Pajari (Toyota) am Samstagnachmittag durch einen Reifenschaden – wie auch mehrere andere Fahrer – zurückgeworfen wurde, übernahm der Thierry Neuville (Hyundai) die Spitze. Mit mehr als einer Minute Vorsprung ging er am Sonntag in die letzten vier Prüfungen und schien einem sicheren Sieg entgegenzufahren.
Doch auf der abschließenden Power-Stage kam es zum folgenschweren Fehler: In einer schnellen Rechtskurve rutschte Neuville auf losem Schotter zu weit nach außen. Unsicher, ob er auf der Strecke bleiben oder den Notausgang nutzen sollte, entschied er sich im letzten Moment für Letzteres und prallte dabei gegen einen Betonblock zwischen den beiden Fahrspuren. Die Aufhängung vorne rechts an seinem Hyundai wurde dabei zerstört.
Zwar versuchte Neuville zunächst weiterzufahren, verlor jedoch bereits bis zur nächsten Zwischenzeit entscheidend Zeit. Nach einer Anweisung seines Teams stellte er das Auto kurz vor dem Ziel ab, arbeitete rund 20 Minuten daran und schleppte sich schließlich nur noch auf Rang 20 ins Ziel. „Ich kann mich nur bei allen Beteiligten entschuldigen“, sagte Neuville. „Ich habe im Moment keine Erklärung, also tut es mir leid. Das darf nicht passieren, aber wir werden genau sehen, was schiefgelaufen ist.“
Takamoto Katsuta erfuhr im Ziel, dass er den Sieg geerbt hatte, wirklich freuen konnte sich der Japaner allerdings nicht. „Es tut mir leid für Thierry“, sagte Katsuta. Hinter ihm belegte Pajari mit 20,7 Sekunden Rückstand Rang zwei, während Hayden Paddon im Hyundai sein erstes WM-Podium seit 2018 feierte.
Die hohe Ausfallquote sorgte dafür, dass WRC2-Sieger Yohan Rossel auf Gesamtrang vier landete. Gleichzeitig bescherte er Lancia beim zweiten Einsatz des neuen Ypsilon Rally2 den ersten Klassensieg. Rossel dominierte die Kategorie und verwies seinen Bruder Léo im Citroën auf Rang fünf.
Einen starken Schlusstag zeigte Oliver Solberg. Nach seinem frühen Ausfall am Freitag gewann er am Samstag sechs von acht Prüfungen und sicherte sich am Sonntag mit einer starken Leistung die maximale Punkteausbeute inklusive Powerstage-Sieg. Elfyn Evans wurde jeweils Zweiter.
„Es ist sehr bittersüß, muss ich sagen“, erklärte Solberg. „Mein Fehler am Freitag – ich war einfach zu optimistisch mit diesem harten Reifen, das war sicher nicht die klügste Entscheidung. Danach habe ich aber wieder zu dem Gefühl zurückgefunden, das ich schon im Shakedown hatte. Das Tempo war fantastisch und das Gefühl absolut großartig.“
Auch Adrien Fourmaux erlebte ein Wochenende zum Vergessen. Nach frühem Reifenschaden und einem Unfall am Samstag – bei dem er einen Strommast traf und das linke Hinterrad abriss – folgten am Sonntag weitere Probleme: Zunächst ging der Aufschrieb verloren, sodass sein Beifahrer die Notizen zunächst vom Handy und später aus Kopien vorlesen musste. Ein weiterer Reifenschaden auf der Power-Stage verhinderte ein besseres Ergebnis.
In der Weltmeisterschaft führt Katsuta nun mit sieben Punkten Vorsprung auf Evans, während Solberg weitere sechs Zähler zurückliegt. Pajari verbessert sich durch Platz zwei auf Rang vier der Fahrerwertung.
Ergebnis Rallye Kroatien 2026
| 1 | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:51:15.8 |
| 2 | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +20.7 |
| 3 | Hayden Paddon / John Kennard | Hyundai i20 N Rally1 | +2:07.7 |
| 4 | Yohan Rossel / Arnaud Dunand | Lancia Ypsilon Rally2 | +5:19.9 |
| 5 | Leo Rossel / Guillaume Mercoiret | Citroen C3 Rally2 | +5:58.7 |
| 6 | Nikolay Gryazin / Konstantin Aleksandrov | Lancia Ypsilon Rally2 | +6:17.8 |
| 7 | Alejandro Cachon / Borja Rozada | Toyota GR Yaris Rally2 | +6:42.8 |
| 8 | Roope Korhonen / Anssi Viinikka | Toyota GR Yaris Rally2 | +6:54.0 |
| 9 | Roberto Dapra / Luca Guglielmetti | Skoda Fabia RS Rally2 | +7:38.1 |
| 10 | Emil Lindholm / Gabriel Morales | Skoda Fabia RS Rally2 | +9:20.5 |


