Kehrt Skoda in die WRC zurück?

In der WRC2 dominiert Skoda Motorsport das Geschehen nach Belieben, höchste Zeit in die WRC aufzusteigen, um sich auch dort zu beweisen. Der Zeitpunkt wäre günstig.

13. Dezember 2017

Michael Heimrich

„2017 wird als das bislang erfolgreichste Motosport- und Geschäftsjahr aller Zeiten in die Skoda-Geschichte eingehen. Eine großartige Leistung unseres Teams, über die sich das gesamte Unternehmen freut.“ Mit diesen Worten feierte Skoda-Chef Bernhard Maier die letzte Saison seiner Motorsportler. Erneut räumte die Marke mit dem Fabia R5 weltweit ab und will diese Serie auch künftig fortsetzen. „Motorsport ist seit 116 Jahren Bestandteil der DNA von Skoda. Diese Tradition führen wir jetzt in die Zukunft und der Rallyesport passt zu uns“, meinte Maier und dem couragierten Vorstandsvorsitzenden ist dabei durchaus zuzutrauen, seine Marke erneut in die WRC-Topliga zu führen.

Der Zeitpunkt für diesen Schritt wäre günstig. Das aktuelle WRC-Reglement ist noch bis 2020 gültig und Skoda Motorsport könnte für die ersten Tests den fertig entwickelten Volkswagen Polo WRC 2017 als Basis nutzen. Der Technologietransfer zwischen Hannover und Mlada Boleslav hat sich schon in der Vergangenheit bewährt. Volkswagen Motorsport nutzte vor einigen Jahren einen Skoda Fabia S2000 um für den Einstieg in die Weltmeisterschaft zu proben, aktuell arbeitet man bei der Entwicklung des Polo R5 zusammen.

Eine Entscheidung über ein mögliches Skoda-WRC-Programm müsste im kommenden Jahr fallen. „Man braucht für ein solches Projekt zwei Jahre Vorbereitung“, erklärte Skoda-Sportchef Michal Hrabanek, dessen Team im kommenden Frühjahr in ein neues Motorsport-Zentrum umziehen wird. Ein Fingerzeig auf ein mögliches WRC-Projekt sei das jedoch nicht, betonte Hrabanek. „Wir fühlen uns in der WRC2 sehr wohl, aber natürlich würden wir uns auch gerne in der Topklasse beweisen.“ 

Nach dem Ausstieg von Volkswagen Motorsport ist keine VW-Konzernmarke in der Topliga der Rallye-Weltmeisterschaft vertreten. Würde Skoda einsteigen, trifft man dort mit Citroën, Ford, Hyundai und Toyota auf die direkten Konkurrenten im volumenstarken Kleinwagen-Segment. Im Jahr 1999 engagierte sich Skoda Motorsport mit einem Octavia WRC erstmals an der Spitze der Rallye-WM. Später erfolgte der Wechsel auf den Fabia WRC. Am Ende der Saison 2005 kehrte man der Serie den Rücken zu und engagierte sich anschließend mit einem Fabia S2000 in der Interkontinentalen Rallye Challenge, dem Vorläufer der heutigen Europameisterschaft.

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