Citroën künftig doch mit Ogier?

Bereits im letzten Jahr wollte Citroën Sebastien Ogier verpflichten, doch die Verhandlungen scheiterten. Im Januar erklärte PSA-Chef Carlos Tavares, dass man die Dienste des Weltmeisters nicht bräuchte, allerdings scheint das Schnee von gestern zu sein.

10. April 2018

Michael Heimrich

Mit Pierre Budar als neuen Teamchef scheint Citroën Racing langsam wieder zur alten Stärke zurückzufinden. Die Veränderungen am Auto greifen und die Auftritte von Sebastien Loeb in Mexiko und Korsika gaben einen zusätzlichen Kick. Allerdings haben sich die Ziele nicht geändert: Die diesjährige Saison dient vor allem dazu, den C3 WRC auf allen Untergründen siegfähig zu machen. Dabei ist man auf einem guten Weg.
Auch die Veränderungen in der Mannschaftsstruktur sind in vollem Gange – vor kurzem verließ Technikchef Christophe Besse das Team – nun kann sich die Chefetage langsam mit der Frage befassen, welchen Fahrern man 2019 das Vertrauen schenkt.
Noch im Januar hatte Konzernchef Carlos Tavares erklärt, dass man keinen Sebastien Ogier bräuchte, man habe schließlich einen Kris Meeke. Diese sei genauso schnell, vorausgesetzt man stellt ihm ein vernünftiges Auto hin. Für Tavares war klar, ein Titel gegen Ogier ist mehr wert, als mit Ogier.
Doch Citroën-Teamchef Budar sieht die Sache etwas anders. „Unser Job ist es mit Citroën Racing erfolgreich zu sein. Dazu gehört, die richtigen Personen an richtigen Stellen zu haben. Dafür gibt es verschiedene Szenarien. Wir werden uns nun etwas Zeit lassen, um die uns bestmöglich aufzustellen, das gilt auch für die Fahrer. Es wäre ein Fehler, da nicht auch über Sebastien Ogier nachzudenken“, sagte der Franzose.

Und noch ein Gedankenspiel geistert bereits im Servicepark umher: Nach seinen beiden fulminanten Auftritten würde man gerne Sebastien Loeb zu einem Vollzeit-Comeback überreden. Doch Budar winkt vorerst ab: „Auch wenn wir noch nicht darüber gesprochen haben und er gezeigt hat, zu was er fähig ist, ich denke nicht, dass er nochmal für eine komplette Saison zurückkehren wird. Die Rallye-WM ist sehr intensiv und zeitaufwändig. Genau aus diesem Grunde ist Seb vor einigen Jahren zurückgetreten.“
Zudem hatte der Rekord-Weltmeister deutlich gemacht, dass für ihn im Moment der Einsatz in der Rallycross-WM Priorität besitzt. Diese Aussage gilt bislang jedoch nur für 2018. Allerdings ist klar: Will Citroën künftig um den Herstellertitel kämpfen, braucht man ein schlagkräftiges Team mit drei Fahrzeugen, womöglich mit zwei Sebastiens. 

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