Zeltner: „Will die großen Gänge auspacken“

Als großer Favorit startet Ruben Zeltner am Samstag in die Sachsen-Rallye. Die ultraschnellen Prüfungen rund um Zwickau sind wie gemacht für seinen Porsche 911 GT3. Wirklich gefährlich werden kann ihm nur ein anderer Porsche. Interview.

6. Mai 2014

Michael Heimrich

Ruben, wenn Du an die letztjährige Ausgabe der Sachsen-Rallye denkst, was bleibt da in Deiner Erinnerung zurück?
Es gibt da viele positive Erinnerungen, aber auch eine große Enttäuschung. Unglaubliches Publikumsinteresse war eines der Highlights. Nach der letzten WP am ersten Abend fuhren wir in den Serviceplatz in ein Menschenspalier ein. Wir hatten das Gefühl bei einem WM-Lauf zu sein. Auch der Hauptmarkt war brechend voll mit begeisterten Rallye-Fans. Am nächsten Tag hatten wir als Highlight unsere „Heimprüfung“ Neuschönburg, wo wir im Nassen überlegen eine Bestzeit fuhren. Von dieser Fahrt existiert auf Youtube eine Onboard-Aufnahme, die mittlerweile mehrere hunderttausend Mal angeklickt wurde. Die große Enttäuschung kam dann mit dem Ausfall durch eine gebrochene Antriebswelle.

Du kennst zahlreiche Rallyepisten in Deutschland. Was gefällt Dir an der Sachsen-Rallye, welchen Charakter bzw. sportlichen Stellenwert schreibst Du ihr zu?
Die Sachsen-Rallye zeichnet sich durch unglaublich schnelle und damit selektive Wertungsprüfungen aus. Aus diesem Grund zählt sie für mich zu den schönsten Rallyes in Deutschland – ideal natürlich für unseren Porsche.

Bei der Rallye Erzgebirge hast Du mit dem neuen GT3 einen ersten Gesamtsieg gefahren. Was war das für ein Gefühl?
Ein traumhaftes Gefühl, weil das Auto von der ersten Fahrminute an perfekt funktionierte. Man muss sich vorstellen, dass mein kleines aber feines Mechaniker-Team in ihrer kostbaren Freizeit ein komplett neues Auto aufgebaut hat. Viel Zeit und endlose Nachtschichten waren notwendig um diese neue Auto aufzubauen. Dafür bin ich meinen Jungs und auch ihren verständnisvollen Frauen unendlich dankbar.

Du gehörst zu den Favoriten bei der Sachsen-Rallye. Besonders große Konkurrenz droht aus dem Porsche-Lager. Wer kann Dir alles gefährlich werden?
In erster Linie Olaf Dobberkau im baugleichen Porsche 997 GT3. Olaf ist letztes Jahr in der zweiten Jahreshälfte unglaublich schnell geworden. Das wird ein heißes Match auf höchstem Niveau. Man darf aber auch Maik Stölzel nicht vergessen, der wieder zu einer tollen Form zurückgefunden hat.

Abschließend, auf was freust Du Dich bei Deiner Heim-Veranstaltung am meisten?
Wie schon gesagt, auf die schnellen Asphalt-Prüfungen, wo wir im Porsche die „großen“ Gänge auspacken und das „Zebra“ wieder so richtig brüllen darf.

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