Wieder ein Stück härter

Vorschau Rallye Dakar 2026

Yazeed Al-Rajhi und Co Timo Gottschalk starten bei der Rallye Dakar 2026 vom 3. bis 17. Januar in Saudi-Arabien als Titelverteidiger in eine kniffligen Mission. Die Route noch härter, die Gesamtwertung noch umkämpfter und das Terrain noch unvorhersehbarer.

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2. Januar 2026

Michael Heimrich

Die diesjährige Rallye Dakar verspricht schon in der ersten Woche kaum Gnade: Direkt nach dem Start in Yanbu werden Fahrer, Beifahrer und Material auf eine harte Probe gestellt. Schnelle Schotterpisten wechseln sich mit felsigen Passagen und weitläufigen Dünenfeldern ab – ein permanentes Wechselspiel, das höchste Konzentration verlangt.  

Die Navigation wird neben beherztem Fahrstil mit zum entscheidenden Faktor. Mal gilt es, im vollen Rallye-Tempo durch offenes Gelände schnell Kilometer zu machen, dann wieder verlangen technische Abschnitte millimetergenaue Präzision. Bis zum Ruhetag könnten sich die Favoriten zu erkennen gegeben haben – doch schon kleine Unachtsamkeiten können zu Zeitverlusten führen, die sich später rächen.

Nach dem Ruhetag zeigt die Dakar ihr wahres Gesicht. Die zweite Woche gilt traditionell als Entscheidungsphase und 2026 wird keine Ausnahme bilden. Die Etappen werden länger, die Navigation komplexer, die Sand- und Dünengebiete größer. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen: Kondition, Erfahrung und taktisches Geschick entscheiden über Sieg oder Niederlage. Mensch und Maschine sind gleichermaßen am Limit. Ein leichtfertig eingefangener Aufhängungsschaden, ein Navigationsfehler, ein Moment der Unkonzentriertheit – und das Gesamtklassement kann sich noch einmal komplett auf den Kopf stellen.

Auf den letzten Kilometern zurück in Richtung Yanbu bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Denn die Dakar 2026 bleibt, was sie immer war: ein Marathon, der erst am Ziel wirklich entschieden ist und nur die Stärksten und Zuverlässigsten belohnt.

„Die Route der Rallye Dakar 2026 birgt nicht nur extreme Schwierigkeiten, sondern auch das Potenzial, die Spreu vom Weizen früh und gnadenlos zu trennen“, so Timo Gottschalk. „Völlig klar, zu was wir zählen wollen. Aber dazu muss man nicht nur von Beginn an bei der Musik sein, sondern in jeder Millisekunde extrem wachsam. Das gilt für die Fahrer, aber auch allemale für die Beifahrer. Genau das werden wir ab dem dritten Januar 14-mal abrufen!“

Die Konkurrenz

Altmeister, Aufsteiger und Außenseiter – die Automobilwertung verspricht bei der Rallye Dakar schon auf dem Papier Weltklasse. Sie liest sich wie das Who’s Who des Marathon-Rallye-Sports. Unter anderem mischen Seth Quintero/Andrew Short im Toyota vorn mit: Das US-amerikanische Duo gilt als eines der heißesten Anwärter auf Etappensiege.

Toyota schickt noch weitere Speerspitzen ins Rennen: Henk Lategan/Brett Cummings sowie der erfahrene Australier Toby Price mit Co-Pilot Armand Monleon wollen gerade in den schnellen Passagen und den gefürchteten Dünenfeldern ihr enormes Potenzial unter Beweis stellen. 

Guillaume de Mévius/Mathieu Baumel bilden die Speerspitze von Mini – ein eingespieltes Duo, das sich in den letzten Jahren kontinuierlich in die erweiterte Rallye-Elite vorgearbeitet hat. 

Dacia setzt auf geballte Power: Mit Sébastien Loeb/Édouard Boulanger schickt das Team eine der Grüßten des Sprint-Rallye-Sports ins Rennen, der bereits Dakar-Etappen gewonnen hat. An seiner Seite kämpft Marathon-Rallye-Weltmeister Lucas Moraes mit Dennis Zenz um den Gesamtsieg. Auch Ford bietet eine Mischung aus Erfahrung und Unbekümmertheit – unter anderem mit Carlos Sainz/Lucas Cruz sowie Mattias Ekström/Emil Bergqvist und „Nani“ Romi/Alex Bravo.

Die Technik

In der Fahrerwertung der Rallye Dakar setzen Dacia, Ford und Toyota auf hochentwickelte Prototypen der T1+/Ultimate-Kategorie, die trotz unterschiedlicher Marken-DNA einem ähnlichen technischen Grundkonzept folgen: Dacia tritt mit dem Sandrider an, einem radikal auf Leichtbau, Effizienz und Agilität ausgelegten Rennfahrzeug mit Kohlefaserchassis, Mittelmotor und Hybrid-Unterstützung, das besonders auf geringes Gewicht, ausgewogene Gewichtsverteilung und einfache Servicebarkeit im Biwak optimiert ist. 

Ford schickt den Raptor T1+ ins Rennen, einen äußerst robusten, breit gebauten Prototypen mit starkem V8-Biturbo, überarbeitetem Fahrwerk und klarer Auslegung auf Dauerhaltbarkeit und Tempo in offenen Wüstenpassagen.

Toyota, wie ihn Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk pilotieren, setzt mit dem GR DKR Hilux Evo auf ein bewährtes, kontinuierlich weiterentwickeltes Konzept, das in einer südafrikanischen (Hallspeed) und einer belgischen (Overdrive) Variante als Werksentwicklung an den Start geht: ein extrem zuverlässiger, vergleichsweise kompakter T1+-Prototyp mit V6-Motor, exzellenter Traktion und großer „Dakar“-Allzweck-Tauglichkeit über zwei Rallye-Wochen hinweg, der für seine Balance aus Performance, Standfestigkeit und einfacher Reparierbarkeit bekannt ist. 

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