McRae draussen – Saby vorn

Spektakulärer sechster Tag der Dakar-Rally 2005: Nach Unfällen schieden Colin McRae und Robby Gordon aus, der neue Spitzenreiter heißt Bruno Saby.

5. Januar 2005

Michael Heimrich

Spektakulär verlief die heutige 622 Kilometer lange sechste Etappe der Dakar 2005. Robby Gordon überschlug sich kurz nach dem ersten Kontrollpunkt mehrmals in seinem Race Touareg. Der Amerikander konnte seine Fahrt aber weiter setzen, verlor aber viel Zeit. Schlimmer erwischte es Spitzenreiter Colin McRae dem eine harmlose Sprungkuppe zum Verhängnis wurde.

Der Wagen hob ab und überschlug sich danach mehrmals. Zum Glück blieben die Insassen des völlig zerstörten Pickup unverletzt. Colin klagte aufgrund des Schocks kurzzeitig über Sehstörungen, Tina über Schmerzen in der Lendengegend. Beide wurden mit einem Fernseh-Helikopter direkt in das Biwak nach Zouérat gebracht. Nach einem kurzen Check zog es Colin ins Hotel. Den Vorfall kommentierte er kurz und knapp: ?Es war nicht zu erkennen, dass die Bodenwelle so tückisch sein würde. Das war einfach Pech!?

Am Ende konnte der Bruno Saby die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Dem Franzosen reichte dabei ein zweiter Platz auf der heutigen Etappe. „Ich bin glücklich, auf dieser schwierigen Prüfung mit der drittbesten Zeit die Führung übernommen zu haben. Das Tempo war hoch, obwohl die Strecke sehr tiefe Löcher enthielt“, so der VW-Pilot.

Schnellster Fahrer war Vorjahressieger Stephane Peterhansel, der sich im Klassement auf Rang fünf verbesserte. „Das war eine der schnellsten Prüfung die jemals bei der Dakar gefahren wurde“, so Peterhansel. „Ich hatte zwar hinten rechts einen Plattfuß, aber insgesamt fühle ich mich schon viel wohler jetzt und freue mich auf die restliche Rallye.“

Mitsubishi-Pilot Luc Alphand belegt weiterhin den zweiten Platz, dicht gefolgt von Jutta Kleinschmidt, die auf den dritten Rang nach vorne rutschte und nun nun 3:56 Minuten hinter ihrem Markenkollegen Saby zurück liegt. „Die heutige Prüfung verlangte durch starken Wind und damit schlechte Sicht höchste Aufmerksamkeit. Als wir nach einem Sprung ungünstig gelandet sind, sprang ein Reifen von der Felge. Wir haben das Rad gewechselt und sind sehr zufrieden, nun Dritte zu sein“, so die Kölnerin.

Nicht mehr dabei ist Ellen Lohr, die einen Schaden in der Benzinversorgung ihres 2Drive-Buggies trotz einer ausgedehnten nächtlichen Reparatur nicht mehr beheben konnte. „Der Motor ist einfach ausgegangen und nicht wieder angesprungen. Ich bin zutiefst frustriert“, sagte Lohr. „Wir alle haben so viel gearbeitet.“

Der morgige siebte Tag beinhaltet die mit 660 Kilometern längste Prüfung der diesjährigen Dakar und ist gleichzeitig Auftakt zur ersten von zwei Marathon-Etappe, auf denen im abendlichen Biwak nicht an den Autos gearbeitet werden darf. Die Autos müssen also über 1.000 Wüsten-Kilometer ohne Service aushalten.

Zwischenstand nach Etappe 6, SMARA – ZOUERAT
1. SABY / PERIN, VOLKSWAGEN, 9h 22′ 31″
2. ALPHAND / PICARD, MITSUBISHI, +00′ 40″
3. KLEINSCHMIDT / PONS, VOLKSWAGEN, +03′ 56″
4. AL ATTIYAH / GUEHENNEC, BMW, +04′ 32″
5. PETERHANSEL / COTTRET, MITSUBISHI, +07′ 19″
6 .KANKKUNEN / REPO, VOLKSWAGEN, +13′ 02″
7. DE VILLIERS / LURQUIN, NISSAN, +14′ 05″
8. DE MEVIUS / DUBOIS, NISSAN, +6′ 23″
9. SOUSA / DELLI – ZOTTI, NISSAN, +18′ 32″
10. SCHLESSER / BORSOTTO, SCHLES-FORD-RAID, +24′ 00″

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