Zwei Plattfüße von Mark Wallenwein auf der siebten Prüfung hatten die Entscheidung über den Sieg bei der Rallye Vogelsberg in einen wahren Sekundenkrimi verwandelt. Der Vorsprung des Skoda-Piloten war plötzlich zusammengeschmolzen und Markenkollege Fabian Kreim konnte noch einmal zur Attacke ansetzen. Als Kreim auf der vorletzten Prüfung sogar knapp in Führung gegen konnte, schien Wallenwein die nächste Saisonniederlage zu drohen. Doch der Stuttgarter zeigte Nervenstärke und drehte auf den letzten Kilometern das Blatt erneut zu seinen Gunsten. Mit nur 3,8 Sekunden Vorsprung gewinnt er gemeinsam mit Co Stefan Kopczyk den dritten Lauf der Deutschen Rallye Meisterschaft.
„Ich wusste, dass wir es packen können. Auf der letzten Prüfung haben wir wirklich alles gegeben – und es geschafft“, freute sich Wallenwein. „Mit fällt ein unfassbar großer Stein vom Herzen. Es hat so lange gedauert, hier einmal zu gewinnen, und wir mussten so unglaublich hart kämpfen heute. Toll, dass es geklappt hat.“
Kreim konnte sich trotz der Niederlage dennoch freuen. Er behauptet die Führung in der DRM knapp und hatte erneut sein Potenzial unter Beweis gestellt. „Auch wenn wir am Schluss verloren haben: Ich fühle mich trotzdem gut“, fasste er im Ziel zusammen. "Es war ein Krimi, und ich bin einfach nur glücklich, dass es für uns gut ausgegangen ist. Ich hatte nicht erwartet, dass es so knapp werden würde." Für seine konstant gute Form legte er vor der Hessen-Rallye noch zwei Übungsrunden in Österreich ein: „Das hat enorm viel gebracht – gerade auch, um das Fahren auf Schotter zu lernen. In Hessen hat man jetzt gesehen: Wir waren auch auf losem Untergrund konkurrenzfähig.“
Weil die Rallye Vogelsberg über einen großen Anteil von Schotterpassagen verfügt, hatte sich Porsche-Pilot Ruben Zeltner bereits im Vorfeld wenig Chancen ausgerechnet. Hermann Gaßner spielte dagegen den Traktionsvorteil seines Mitsubishi clever aus und konnte Zeltner auf der drittletzten Prüfung vom dritten Platz verdrängen. Mit lediglich 7,2 Sekunden Rückstand verpasste dieser beim ‚Tanz auf dem Vulkan‘ das Podium jedoch nur knapp.
„Auf den Mischprüfungen im Vogelsberg war uns klar, dass wir Mark und Fabian nicht halten können würden“, bilanzierte Zeltner. „Für uns lief es zufriedenstellend. Wir hatten zwar einen Reifenschaden, aber da haben wir kaum Zeit verloren. Hermann Gaßner zog auf den Schotter-WPs am Nachmittag an uns vorbei – doch er nimmt uns keine Punkte weg, weil er mit seinem Fahrzeug nicht in der DRM gewertet wird. So haben wir wichtige Zähler in der Meisterschaft mitgenommen. Das ist das, was zählt."
Immerhin gelang es Zeltner, gegen Peter Corazza (Mitsubishi Lancer Evo 9) zu bestehen, der einen tollen Endspurt zeigte und als Gesamtfünfter ins Ziel kam. „Wir sind unsere erste Rallye dieses Jahr gefahren und hatten viel Spaß", sagte der Sache im Ziel. „Die Prüfungen hier waren toll, das Auto lief super.“ Hinter ihm wurde Lokalmatador Nico Leschhorn im Peugeot 207 S2000 starker Sechster.
Neuville gewinnt Opel-Wertung
Im ADAC Opel Rallye Cup konnte sich erstmals Yannik Neuville durchsetzen. Der jüngere Bruder von WM-Star Thierry – der übrigens vor Ort war – übernahm zwei Prüfungen vor Schluss die Führung im Markenpokal, nachdem sein härtester Konkurrent Jacob Madsen in Führung liegend ausgeschieden war. Auftaktsieger Julius Tannert musste sich in Hessen mit dem zweiten Platz begnügen.
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