Opel-Neuling Weirather: „Ich werde es eilig haben!“

Nicht zuletzt die erfolgreiche Teilnahme an der ADAC Opel Rallye Academy bewog den Liechtensteiner Thomas Weirather, dem Familien-Stammbaum eine neue Facette von „Speed“ beizusteuern und 2017 in den ADAC Opel Rallye Cup einzusteigen.

17. Februar 2017

Michael Heimrich

Wenn eine Sportler-Familie den Speed in den Genen trägt, dann diese: Die Eltern Harti Weirather und Hanni Wenzel sind Legenden des Skisports, Tochter Tina gehört aktuell zu den Weltbesten auf zwei Brettern, der ältere Sohn Herbert pfeilt sich im Kunstflieger akrobatisch durch die Lüfte – doch mit Thomas Weirather war es das Nesthäkchen, das als erstes Mitglied der Geschwindigkeits-süchtigen Sippe dem Motorsport-Bazillus erlag. Und das etwa zwei Jahre, nachdem er die angestrebte Profikarriere als Tennisspieler zu Gunsten des Studiums auf Eis gelegt hatte.
„Motorsport war für mich immer ein Thema“, sagt der 21-jährige Liechtensteiner. Doch den Stein ins Rollen brachte Mutter Hanni, die ihrem Junior ein Fahrtraining mit dem großen Walter Röhrl schenkte. Und danach stellte Thomas dem zweimaligen Rallye-Weltmeister die Frage aller Fragen: Habe ich Talent oder nicht? Und als Röhrl ihm das nötige Potenzial attestierte, wusste der Motorsport-Novize: Das will ich versuchen!
Mit der ADAC Opel Rallye Academy bot sich Tom Weirather die perfekte Gelegenheit zum perfekten Zeitpunkt: „Wenn ich was mache, will ich es gescheit machen. Und der zweite Platz bei der Academy hat mir gezeigt, dass ich vielleicht das Zeug haben könnte, um im Rallyeauto gut zu sein. Also habe ich beschlossen, das professionell anzugehen, und hoffe, das ich auch im starken und ausgeglichenen ADAC Opel Rallye Cup konkurrenzfähig sein kann.“
Beifahrer Matthias Schlosser bringt in der ersten gemeinsamen Motorsport-Saison zwar nicht die ganz große Routine in den Cup-Adam, dafür aber andere Werte, die Tom Weirather mindestens ebenso wichtig sind: „Matthias ist mein bester Freund in Innsbruck, wo ich seit fast zwei Jahren wohne. Wir haben gemeinsam schon einiges erlebt, er bringt die Ruhe mit, die mir gut tun wird. Wir haben schon viel trainiert und an unserem Aufschrieb gearbeitet. Dabei haben wir gesehen, dass Chemie und Teamwork stimmen. Natürlich ist Erfahrung im Rallyesport sehr wichtig, aber ich bin überzeugt, dass es die Harmonie im Rallyeauto mindestens ebenso ist.“

Test im Saarland

Vor dem Auftakt zur fünften Saison des ADAC Opel Rallye Cup im Rahmen der Hessen Rallye Vogelsberg am 7. und 8. April stehen für das Team Weirather/Schlosser noch Testfahrten in Prag und auf dem Sachsenring an, bevor das liechtensteinisch-österreichische Duo zu jenen Cup-Teams gehört, die am 3. und 4. März als Test unter Wettbewerbsbedingungen die Saarland-Pfalz Rallye bestreiten werden. Weirather: „Dort wollen wir die Chance nützen, um verschiedenste Dinge auszuprobieren – im Regen mit Slicks und im Trockenen mit Regenreifen fahren, zum Beispiel, einfach um zu lernen, wie sich das anfühlt, und später in der Saison für alle Bedingungen gerüstet zu sein.“

Schwester im RX-Boliden

Jegliche Prognosen zu seinem bevorstehenden Rallyesport-Debütjahr weist Tom von sich: „Es ist ganz schwierig, realistisch einzuschätzen, wo ich stehe. Das Gute ist: Ich habe null Druck. Ich werde mich bestmöglich vorbereiten und dann versuchen, schnell zu fahren, ohne den Adam rauszuschmeißen. Aber ich kann versprechen: Ich werde es eilig haben!“ Und wer weiß, vielleicht ist Tom gar nicht der letzte Weirather im Rallyesport. Schwester Tina zog sich jedenfalls unlängst im Rahmen der Alpinen Ski-WM in St. Moritz bei einer PR-Fahrt im mehr als 600 PS starken Boliden von Rallyecross-Weltmeister Mattias Ekström sehr ordentlich aus der Affäre.

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