Die erste Etappe rund um die Hafenstadt Yanbu am Roten Meer, gleichzeitig das erste Teilstück, das zur Gesamtwertung zählt, brachte für Titelverteidiger Yazeed Al-Rajhi und Co Timo Gottschalk kein Glück. Sie beendeten die Titelverteidiger außerhalb der Top 20.
Dabei geriet die Suche nach einem Wegpunkt zum großen Knackpunkt – Fahrer und Beifahrer waren sich nicht einig über die einzuschlagende Richtung, schlugen den falschen Weg ein und verpassten so einen obligatorisch anzusteuernden Wegpunkt: 15 Minuten Strafzeit plus eine weitere für das einmalige Überschreiten des Tempolimits. Damit liegen Sie nun bereits 28 Minuten und 52 Sekunden hinter den Tagessiegern und ersten Gesamtführenden Guillaume de Mévius/Matthieu Baumel (Mini).
„Wir hatten früh zwei Reifenschäden, bevor wir an einer kniffligen Stelle den falschen Canyon genommen haben. Zwar waren wir bald wieder zurück auf der richtigen Route, hatten aber leider den übernächsten Wegpunkt validiert und damit uns die Strafe eingefangen. Kein guter Start, aber es liegt noch viel Terrain vor uns und aufgegeben wird ganz sicher nicht“, so Timo Gottschalk.
Die insgesamt 524 Kilometer lange Etappe in einer Schleife rund um Yanbu bildete eine ausgewogene Prüfung, die ohne große Herausforderungen begann und flüssiges zu fahren war. Auf überwiegend Sand und Schotter wechselten sich schnelle und sehr schnelle Passagen in Canyons mit technischeren Abschnitten ab, die sich durch die jüngsten Regenfälle verschlechtert hatten. Bei der Navigation erforderten zahlreiche Canyonwechsel und Wadis erhöhte Aufmerksamkeit.
Im weiteren Verlauf führten breitere, schnellere Wadis, kurze Dünenpassagen abseits der Piste sowie ein letzter anspruchsvoller Canyon vor dem Ziel zu einem insgesamt hohen, aber konstanten Renntempo, bei dem Wachsamkeit entscheidend blieb.
Besonderer Moment für Baumel
Der Etappensieg von Guillaume de Mévius und seinem Beifahrer Mathieu Baumel war besonders emotional. Bereits 2024 hatten beide gemeinsam eine Dakar-Etappe gewonnen und den zweiten Gesamtrang erreicht. Nach dem schweren Unfall Baumels, bei dem der Franzose sein rechtes Bein verlor, stand jedoch lange infrage, ob das Duo überhaupt noch einmal gemeinsam antreten würde. Umso bedeutungsvoller ist der heutige Erfolg.
Lange Zeit sah es so aus, als würde der Prolog-Sieger Mattias Ekström mit seinem Ford Raptor auch die erste Etappe kontrollieren. Am Ende musste er sich jedoch mit Rang vier begnügen, 1:38 Minuten hinter dem Tagessieger.
Direkt hinter de Mévius reihte sich Nasser Al Attiyah ein. Der Katari lag nach den 305 Wertungskilometern 40 Sekunden zurück. Rang drei ging an den Tschechen Martin Prokop, der beim Auftakt in seine mittlerweile elfte Dakar mit einem privat eingesetzten Ford Raptor überzeugen konnte.
Sebastien Loeb nahm nach zwei Reifenschäden zu Beginn der Etappe bewusst Tempo heraus. Der daraus resultierende Zeitverlust von rund drei Minuten ist für ihn verschmerzbar: Platz zehn bringt ihn in eine aussichtsreiche Ausgangslage für die nächste Etappe Richtung AlUla.
Zwischenstand nach Etappe 1
| 1. | G. de Mévius / M. Baumel (BEL/FRA) | Mini John Cooper Works | 3:07:49 Std. |
| 2. | N. Al-Attiyah / F. Lurquin (QAT/BEL) | Dacia Sandrider | +0:40 |
| 3. | M. Prokop / V. Chytka (CZE/CZE) | Ford Raptor T1+ | +1:27 |
| 4. | M. Ekström / E. Bergkvist (SWE/SWE) | Ford Raptor T1+ | +1:38 |
| 5. | M. Goczal / M. Marton (POL/POL) | Toyota Hilux T1+ | +1:38 |
| 6. | C. Sainz / L. Cruz (ESP/ESP) | Ford Raptor T1+ | +1:54 |
| 7. | G. Botterill / O. Mena (RSA/ESP) | Toyota Hilux IMT Evo / T1+ | +2:03 |
| 8. | N. Roma / A. Haro (ESP/ESP) | Ford Raptor T1+ | +2:37 |
| 9. | M. Guthrie / K. Walch (USA/USA) | MD Rally Sport Optimus / T1+ | +2:50 |
| 10. | S. Loeb / E. Boulanger (FRA/FRA) | Dacia Sandrider | +3:01 |

