Die 61. Ausgabe der Wittenberger Rallye fällt vom Format ein wenig bescheidener aus als beim letztjährigen Jubiläum: Rallye 35 statt Rallye 70. Sonst bleibt jedoch alles beim Alten, das Rallyezentrum schlägt in der Exerzierhalle – mitten in der Stadt direkt an der B 2 – auf. Die beiden Start-Ziel-Prüfungen über8,3 km und 9,4 km führen über bekannte Wege, sind aber völlig neu zusammengestellt mit 95% Schotter- und Naturwegen. Um 12 Uhr startet das erste von 58 Fahrzeugen der Rallye 35, eine halbe Stunde zuvor nehmen die 10 Histo-GLP-Teams die Doppelschleife durch die Felder und Wälder im Norden von Wittenberg unter die Räder.
Der Schotter-Cup und die Parallel-Serie Deutscher Schotter Rallye Cup locken den Großteil der Starter in die Lutherstadt. Aber auch für den ADMV-Rallye-Pokal und die regionalen Meisterschaften von Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die ersten Punkte der Saison zu gewinnen.
Die Routiniers Stig Andervang, im bekannten Hyundai i20N und mit Steffi Fritzensmeier auf dem heißen Sitz, und der 2023er Schotter-Cup-Sieger Petri Reinikainen im Ex-Kajetanowicz-Fiesta R2 gelten als Favoriten. Doch die Konkurrenz aus Deutschland dürfte so motiviert sein wie lange nicht mehr. Dark Liebehenschel hat drei Wittenberg-Siege im Mitsubishi auf dem Konto; jetzt greift er im Skoda Fabia Rally2 an, den letztes Jahr Yannick Vrielink einsetzte. Herbert Lösch bleibt zwar dem Skoda Fabia R5 treu, verfügt jetzt aber über spürbare Verbesserungen. Den dritten Fabia bringt Thomas Lorenz an die Elbe, der vor 6 Monaten die Nachbar-Rallye in Schmiedeberg als Zweiter beendete.
Start besetzt ist auch die Allrad-Turbo-Klasse NC1 mit 12 Nennungen. Die Schotter-Cup-Sieger von 2025, Raphael Ramonat und Karina Derda, treffen im Mitsubishi Evo 10 auf den jungen Finnen Rasmus Tuominen (Evo 9). Dahinter lauern Routiniers wie Andreas Rink (Subaru), Rudi Weileder, Michael Dinkel und der Finne Arttu Karhumäki (alle Mitsubishi) auf ihre Chance.
Bei den Hecktrieblern werden die Cup-Autos von BMW und Volvo vermisst. René Kunze im Touring-BMW 325 und Lokalmatador Ronny Broda im 318is sind favorisiert, doch vielleicht kann Ingo Höppner im „Dickschiff“ Mercedes 500 SL überraschen. Bei den Fronttrieblern erwarten wir ein Rally4-Duell zwischen Fabian Schulze im Peugeot 208 und Uwe Joachim im Opel Corsa, der vor der Haustür immer sehr stark fährt.
Die Sachsen Axel Bayer (Fiesta R2T), Yannik Keller (Fiesta ST) und Rigo Sonntag (Honda Civic) führen die 2-Liter-Klasse an, bei den 1600ern trifft ADMV-Titelverteidiger Pierre Günther (Civic Vtec) unter anderem auf seinen Clubkameraden Andreas Schramm (VW Polo). Mit Gästen aus Finnland, Schweden, Dänemark und Tschechien erlebt die ADMV-Rallye Lutherstadt Wittenberg eine internationale Beteiligung wie keine andere Rallye 35 in Deutschland.
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