Seit über zehn Jahren fährt der Belgier für den koreanischen Hersteller und feierte in dieser Zeit große Erfolge. Neben dem WM-Titel stehen 22 Rallyesiege und 77 Podestplätze zu Buche. Doch seit seinem Titelgewinn läuft es sportlich nicht mehr rund: Schon die vergangene Saison verlief enttäuschend, und auch in diesem Jahr ist bislang keine klare Trendwende erkennbar.
Entsprechend vorsichtig äußert sich Neuville zu seiner Zukunft: „Meine persönliche Zukunft? Im Moment habe ich keine Ahnung!“ Aktuell liege der Fokus ausschließlich auf der laufenden Saison: „Wir konzentrieren uns auf dieses Jahr und versuchen, all unsere Energie dort hineinzustecken“, so Neuville gegenüber dem belgischen Fernsehsender RTBF. Mehr Klarheit erhofft er sich im weiteren Verlauf der Saison: „Mit der Zeit werden wir mehr Informationen haben, die uns helfen, sowohl die Zukunft der Meisterschaft als auch meine eigene besser einzuschätzen.“
Grundsätzlich ist der Wille zum Weitermachen vorhanden – allerdings nicht um jeden Preis. „Der Wunsch ist noch da, aber es muss unter den richtigen Bedingungen sein: mit echten Ambitionen und dem klaren Ziel zu gewinnen“, betont Neuville. Gleichzeitig unterstreicht er seine enge Bindung an Hyundai: „Das ist für mich wie eine Familie geworden.“
Genau hier liegt jedoch ein zentraler Punkt: Neuville erwartet ein klares Bekenntnis seines Teams zur Rallye-WM. Zuletzt hatte Hyundai verstärkt Ressourcen in die Langstrecken-WM (WEC) investiert, was sich spürbar auf das WRC-Projekt ausgewirkt hat. „Das beste Szenario für mich wäre, wenn die Marke in der Rallye-WM bleibt – mit den nötigen Mitteln und Ambitionen, verbunden mit Veränderungen, um wieder konkurrenzfähig zu werden“, erklärt er.
Neben seiner eigenen Situation blickt Neuville auch kritisch auf die Entwicklung der Rallye-WM insgesamt. Die Serie steht vor einem Umbruch, sucht einen neuen Promoter und hofft durch neue Regeln auf zusätzliche Hersteller. Doch bislang bleibt der erhoffte Aufwärtstrend aus. „Der Sport muss wieder echten Schwung finden. Er muss neue Zielgruppen erreichen und darf keine Angst vor Veränderungen haben“, fordert Neuville.


