Scharfe Kritik an Polens Zeitplan

Nicht nur die Streckenwahl in Litauen stand während der Rallye Polen im Kreuzfeuer der Kritik, auch der ausgedehnte Zeitplan kam nicht gut an. Die Teams klagten über zu lange Arbeitszeiten und zu kurze Pausen.

2. Juli 2014

Michael Heimrich

Mit dem Abstecher nach Litauen konnten die Polen beim WM-Promoter punkten. Ein grenzüberschreitender WM-Lauf, so etwas kam gut an. Zumindest auf dem Papier. Doch die Strecken im östlichen Nachbarland erwiesen sich als nicht tauglich. Wegen Regenfällen hatte man bereits im Vorfeld einige Wertungsabschnitte gestrichen, aber auch der Rest hielten den Belastungen der traktionsstarken Allradboliden nicht stand. Schon nach der Streckenbesichtigung war klar, was kurze Zeit später folgte: Schon nach dem ersten Durchgang brach der sandige Boden auf und es bildeten sich so tiefe Spurrillen, dass die Prüfungen 7 und 8 gestrichen werden mussten. Das hätten die Macher und auch die FIA-Verantwortlichen wissen müssen, ärgerten sich viele Aktive.
Die Piloten, die stundenlange Verbindungsetappen hinter sich gebracht hatten, waren ebenso sauer, wie die Zuschauer, die nur wenig von der Action geboten bekamen, die man ihnen versprochen hatte. Polen-Veranstalter Jaroslaw Noworol weist die Verantwortung von sich und schiebt den Schwarzen Peter zu seinen litauischen Partnern. Diese seien für die Auswahl der Strecken verantwortlich gewesen.

"ZEITPLAN IST VERRÜCKT"

Doch für den von vielen Seiten stark kritisierten Zeitplan muss sich Noworol verantworten. „Der war verrückt“, schimpft VW-Teamchef Jost Capito bei der Abschlusspressekonferenz stellvertretend für seine Kollegen. „Es ging um sechs Uhr in der Früh los und die Arbeiten dauerten bis nach Mitternacht an. Das ganze Team ist geschafft.“
Veranstalter Noworol versucht auch diesen Punkt mit der Verbindung zu Litauen zu erklären. Aber warum die Zuschauerkurs noch einmal um 22 Uhr auf dem Programm stehen muss, bleibt sein Geheimnis. „Es gibt keinen Grund so etwas so spät zu machen und auch nicht einen Service so früh am Morgen zu planen“, sagt Capito, der sich bei aller Kritik wohl in Polen fühlte. „Die Prüfungen war wirklich schön und die Atmosphäre mit den vielen Zuschauern ist toll.“
Das Glück der Tüchtigen hatten die polnischen Organisatoren am Samstag. Fast wären Teilnehmer und Zuschauer im auf Naturboden aufgebauten Servicepark und der auf einer Wiese beheimateten Fanzone rund um die Mikolajki-Arena erneut knöcheltief im Matsch gestanden. Schon beim WM-Gastspiel 2009 und der EM-Generalprobe im vergangenen Jahr musste der Veranstalter wegen Starkregens „Land unter“ vermeldeten. Auch hier herrscht akuter Handlungsbedarf. 
Trotz aller Kritik und Mängeln bei der Zuschauersicherheit soll Polen künftig Bestandteil der Rallye-Weltmeisterschaft bleiben – mit oder ohne Litauen. Im Servicepark geisterte das Gerücht umher, dass der Veranstalter einen Dreijahresvertrag mit dem WM-Promoter abgeschlossen hat.

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