Endlich hat er es geschafft! Seit Jahren wird Takamoto Katsuta von Toyota gefördert und kann endlich den ersten WM-Sieg einfahren. Dabei begann die Safari-Rallye für den Japaner alles andere als ideal. Auf der ersten Prüfung „Camp Moran“ fiel während eines heftigen Regenschauers die Gegensprechanlage aus, sodass er ohne die wichtigen Pacenotes seines Beifahrers auskommen musste. Am Freitag warf ihn zudem ein doppelter Reifenschaden bis auf Rang sieben zurück.
Mit einer vorsichtigen, aber konstant schnellen Fahrt arbeitete sich Katsuta am Samstagvormittag zunächst auf Platz vier nach vorne. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Elfyn Evans, zu diesem Zeitpunkt Dritter, erlitt auf der zwölften Prüfung zwei Reifenschäden, die die hintere rechte Aufhängung beschädigten. Auf der folgenden Prüfung gab diese endgültig nach – der Waliser musste erstmals seit 2024 aufgeben.
Kurz darauf traf es auch die beiden führenden Toyota von Oliver Solberg und Sebastien Ogier. Beide blieben auf der Verbindungsetappe zurück zum Service mit Problemen an der Lichtmaschine stehen, bei Solberg kam zusätzlich ein Defekt am Antriebsstrang hinzu. Plötzlich übernahm Katsuta die Führung.
Von da an brachte er seinen Vorsprung souverän ins Ziel und sicherte sich seinen ersten WM-Sieg – obwohl er keine der insgesamt 20 Prüfungen gewann. Damit ist Katsuta erst der zweite japanische Fahrer, der einen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen konnte, nach dem verstorbenen Kenjiro Shinozuka.
Im Ziel zeigte sich Katsuta sichtlich bewegt. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, erklärte er. „Wir hatten so viele schwierige Zeiten. Aaron hat unglaublich hart gearbeitet und das Team hat immer an mich geglaubt, selbst wenn ich Fehler gemacht habe. Meine Familie hat mich immer unterstützt – das bedeutet mir sehr viel.“
Hyundai kämpfte am gesamten Wochenende immer wieder mit Überhitzungsproblemen, doch Adrien Fourmaux brachte seinen i20 N Rally1 sicher ins Ziel und holte nach Rang drei im Jahr 2024 bereits sein zweites Safari-Podium. Sami Pajari verlor am Samstagmorgen rund fünf Minuten, nachdem ein Hinterreifen platzte und später ein weiterer Reifenschaden hinzukam. Am Ende betrug sein Rückstand auf Sieger Katsuta 4:26,1 Minuten.
Esapekka Lappi setzte dagegen bewusst auf eine vorsichtige Strategie, um die berüchtigt harte Safari-Rallye endlich ohne größere Probleme zu überstehen. Der Finne wurde mit Rang vier belohnt – seinen ersten WM-Punkten bei drei Starts in Kenia. Sein Hyundai-Teamkollege Thierry Neuville lag zwischenzeitlich ebenfalls auf Podiumskurs, musste jedoch am Samstag mit einem Defekt an der Antriebswelle aufgeben.
Bei M-Sport Ford brachte Jon Armstrong seinen Puma immerhin ins Ziel, verlor jedoch auf zwei Prüfungen jeweils viel Zeit – zunächst durch einen beschädigten Querlenker nach einem Einschlag, später durch ein weiteres technisches Problem. Am Ende belegte er Rang 15.
Josh McErlean hatte dagegen ein besonders schwieriges Wochenende: Überhitzungsprobleme, eine beschlagene Windschutzscheibe, ein Getriebeschaden nach einem Reifenschaden sowie schließlich ein Motordefekt führten dazu, dass er am Sonntag endgültig aufgeben musste.
In der Weltmeisterschaft bleibt Katsuta zwar auf Rang drei, konnte den Rückstand auf die beiden Spitzenreiter jedoch verkürzen. Evans führt weiterhin mit acht Punkten Vorsprung vor Solberg, der sich mit dem Sieg am „Super Sunday“ und der Bestzeit auf der Power Stage wichtige Zusatzpunkte sicherte. Katsuta folgt drei Punkte dahinter, während Fourmaux bereits 19 Zähler Rückstand auf die Spitze hat.
In der WRC2-Kategorie belegten gleich mehrere Fahrer Plätze in den Top 10 der Gesamtwertung. Robert Virves gewann die Klasse bei seinem ersten Start in Kenia und verhinderte damit einen dritten Safari-Sieg in Folge für Gus Greensmith. Der Skoda-Pilot setzte sich mit 30,3 Sekunden Vorsprung durch.
Fau Zaldívar komplettierte das Podium der Kategorie, während Andreas Mikkelsen Rang vier belegte. Der Norweger hatte bereits auf der ersten Prüfung Zeit verloren, als ihm das Wischwasser für die verschmutzte Windschutzscheibe ausging und er später zusätzlich einen Reifenschaden hinnehmen musste.
Diego Domínguez erzielte mit Rang fünf in der Klasse und Gesamtrang neun sein bislang bestes WRC2-Ergebnis. Oliver Solberg sammelte trotz seines Ausfalls noch einen WM-Punkt für Platz zehn, nachdem er für zwei verpasste Prüfungen am Samstag allerdings 20 Strafminuten kassiert hatte.
Der nächste WM-Lauf findet vom 9. Bis 12. April auf den höchst anspruchsvollen Asphalt-Prüfungen in Kroatien statt.
Ergebnis Safari-Rallye 2026
| 1. | Katsuta Takamoto / Johnston Aaron | Toyota GR Yaris Rally1 | 3:16:05.6 |
| 2. | Fourmaux Adrien / Coria Alexandre | Hyundai i20 N Rally1 | +27.4 |
| 3. | Pajari Sami / Salminen Marko | Toyota GR Yaris Rally1 | +4:26.1 |
| 4. | Lappi Esapekka / Malkonen Enni | Hyundai i20 N Rally1 | +6:07.3 |
| 5. | Virves Robert / Viilo Jakko | Skoda Fabia RS Rally2 | +11:38.7 |
| 6. | Greensmith Gus / Andersson Jonas | Toyota GR Yaris Rally2 | +12:09.0 |
| 7. | Zaldivar F. / Der Ohannesian M. | Skoda Fabia RS Rally2 | +12:20.0 |
| 8. | Mikkelsen Andreas / Listerud Jorn | Skoda Fabia RS Rally2 | +12:30.7 |
| 9. | Dominguez Diego (H) / Penate Rogelio | Toyota GR Yaris Rally2 | +13:28.4 |
| 10. | Solberg Oliver / Edmondson Elliott | Toyota GR Yaris Rally1 | +16:44.5 |

