Kurswechsel in der Rallye-WM

Rückblick: Als Max Mosley die World Rally Cars beerdigen wollte

Mit dem neuen technischen Reglement soll die Rallye-Weltmeisterschaft wiederbelebt werden. Eine ähnliche Situation gab es bereits vor 17 Jahren und der damalige FIA-Chef Max Mosley war zu radikalen Schritten bereit.

27. Dezember 2025

Michael Heimrich

Ende 2008 befand sich die Rallye-Weltmeisterschaft im Krisenmodus. Subaru und Suzuki hatten sich zurückgezogen, nur noch Citroën und Ford blieben als Hersteller an Bord. Der Kalender wurde von 15 auf 12 Läufe reduziert, selbst die Rallye Monte Carlo flog aus der Topliga.

FIA-Präsident Max Mosley wollte deshalb zu drastischen Mitteln greifen und die hochgezüchteten World Rally Cars in die Rente schicken. Der eloquente Brite setzte auf die neuen und deutlich günstigeren Super2000 mit Zwei-Liter-Saugmotor, die von immer mehr Marken angeboten wurden.

Um seine Ideen umzusetzen, schreckte Mosley nicht davor zurück, auch die letzten Hersteller aus der Rallye-WM zu vergraulen, um diese völlig neu und nach den Wünschen von Privatteams aufzubauen. Es war seine bewährte Taktik, die schon oft Erfolg hatte: mit dem Schlimmsten drohen, um am Ende die ursprünglichen Ansätze durchsetzen zu können. Getreu dem Motto: Es hätte euch auch noch härter treffen können!

Solberg: „Genießt jeden WRC-Kilometer“

Mit dem Argument, dass Super2000 nicht spektakulär genug seien, wie es Sebastien Loeb anmerkte, konnte Mosley bei seiner Initiative wenig anfangen. „Was ein Auto spektakulär macht, sind zum Ersten die Fahrer und zum Zweiten die Bedingungen“, machte der Brite klar. „Wenn man einem Auto einen größeren Flügel und mehr Leistung gibt, dann macht das noch keinen wirklichen Unterschied.“ Petter Solberg, der kurz danach einen Super2000 testen konnte, empfahl seinen Kollegen umgehend: „Genießt jeden WRC-Kilometer, den ihr noch fahren könnt!“

Max Mosley 2008 mit dem heutigen FIA-Chef Mohammed bin Sulayem

Es war keine wirkliche Überraschung, als Citroën und Ford kurze Zeit später einknickten und den Mosley-Plänen zustimmten. Immerhin hatte man ihm das Versprechen abringen können, dass die Top-Super2000 optisch zulegen durften, damit sie aggressiver als ihre Brüder auftreten konnten. Doch dann kam alles ganz anders.

Mosley geht – WRC bleiben

Mosley zog sich im Sommer 2009 zurück und verzichtete auf eine erneute Kandidatur als FIA-Präsident. Beim Weltverband holte man die Idee des Global Race Engine aus der Schublade, einem 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder, der in vielen Rennserien eingesetzt werden könnte. Auch die World Rally Cars wurden später damit ausgerüstet und blieben den Fans erhalten. Sie sorgten in ihrer letzten Ausbaustufe für ein Spektakel, wie wir es zuletzt in der Gruppe-B-Zeit erlebt hatten, bevor sie durch Rally1-Autos abgelöst wurden.

Und die Super2000? Sie wurden später durch die R5-Fahrzeuge (später Rally2) abgelöst, die ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte schrieben.

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