Noch am Donnerstag hatte Oliver Solberg (Toyota) seine Heimrallye angeführt, doch am Freitagmorgen war die Führung schnell dahin: Ein Abwürgen des Motors und ein heftiger Ausflug in eine Schneebank kosteten den Schweden mehr als eine halbe Minute. Elfyn Evans (Toyota) übernahm daraufhin das Kommando und ging mit 14,5 Sekunden Vorsprung auf Takamoto Katsuta (Toyota) in die Nachmittagsschleife.
Doch die Ausgangsposition sprach für den Japaner. Als Fünfter auf der Strecke hatte er bei den zweiten Durchgängen bessere Bedingungen als Evans auf Startplatz zwei. Katsuta nutzte diesen Vorteil konsequent: Er reduzierte den Rückstand und übernahm nach der siebten Prüfung – zunächst mit nur einer Zehntel – erstmals die Führung. Mit einer weiteren Bestzeit baute er den Vorsprung zum Tagesende auf 2,8 Sekunden aus. „Alles gut“, kommentierte Katsuta. „Aber es sind noch zwei Tage – morgen wird entscheidend.“
Sami Pajari komplettiert ein geschlossenes Toyota-Trio an der Spitze. Als Dritter liegt er 22,2 Sekunden hinter Katsuta. „Die Position ist gut, aber vom Speed her hätte ich mir etwas mehr erhofft“, meinte der Finne. „Morgen mit anderer Startreihenfolge wird es eine ganz neue Herausforderung.“
Bester Hyundai-Pilot ist Esapekka Lappi bei seinem ersten WRC-Einsatz seit Chile 2024. „Wir sind ohne Probleme durchgekommen, das ist positiv. Aber ich will schneller sein“, so Lappi selbstkritisch. Teamkollege Adrien Fourmaux folgt 4,4 Sekunden dahinter und liegt nur sieben Zehntel vor Solberg. Der Schwede räumte ein, die Aufgabe als erster Starter unterschätzt zu haben: „Ich habe völlig unterschätzt, wie schwierig es ist, vorne zu fahren. Das habe ich noch nie erlebt. Heute Nachmittag war es extrem anspruchsvoll.“ Sein Rückstand beträgt inzwischen 51 Sekunden.
Thierry Neuville (Hyundai) rangiert als Siebter und spricht offen von einer schwierigen Phase: „Es ist die härteste Zeit meiner Karriere.“ Das nötige Vertrauen in seinen Hyundai fehlt weiterhin – immerhin gelang ihm gegen Tagesende eine Bestzeit.

Jon Armstrong (Ford) belegt Rang acht, 51,5 Sekunden hinter Solberg. Auf WP7 markierte er zwischenzeitlich eine Bestzeit, ehe ihn später ein Reifenschaden einbremste. Teamkollege Josh McErlean erlebte einen frustrierenden Freitag: Zwei Reifenschäden hinten auf derselben Prüfung – begünstigt durch einen Fehler bei den Reifendrücken – sowie ein übersehenes Kühler-Cover auf der letzten WP warfen ihn weit zurück. Mit dreieinhalb Minuten Rückstand ist er Neunter. „Ärgerlich, aber es hätte schlimmer kommen können“, sagte McErlean. Noch härter traf es Mārtiņš Sesks in einem weiteren Ford. Er musste nach drei Reifenschäden am Vormittag aufgeben und kehrte am Nachmittag nicht mehr zurück.
In der WRC2-Kategorie führt Roope Korhonen mit 10,2 Sekunden Vorsprung auf Teemu Suninen. Fabio Schwarz hat die Rallye bereits am Vorabend vorzeitig beendet. „Ein Kommunikationsfehler innerhalb des Teams zwang uns, das Auto in der ersten Prüfung anzuhalten. Da wir die Etappe nicht beenden konnten, erhielten wir eine 10-minütige Strafe für den Start heute. Daher können wir das Ergebnis, für das wir hierhergekommen sind, nicht mehr erreichen und haben uns entschlossen, aufzugeben“, erklärte er.
Zwischenstand nach WP8 von 18
| 1. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | 1:10:33.7 |
| 2. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +2.8 |
| 3. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +22.2 |
| 4. | Esapekka Lappi / Enni Malkonen | Hyundai i20 N Rally1 | +45.9 |
| 5. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +50.3 |
| 6. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +51.0 |
| 7. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +1:43.8 |
| 8. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +2:40.3 |
| 9. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +3:31.8 |
| 10. | Roope Korhonen / Anssi Viinikka | Toyota GR Yaris Rally2 | +4:41.9 |

