Am dritten Tag zeigt die Rallye Monte Carlo weiterhin Zähne. Dabei entwickelte sich der zweite Durchgang der Prüfung „La Bréole – Bellaffaire“ zu einer echten Herausforderung. Auch Spitzenreiter Oliver Solberg erwischte es: In einer schnellen Linkskurve verlor er plötzlich das Heck seines Toyota, durchbrach einen Zaun und landete auf einem Feld.
Mit viel Glück gelang es ihm, das Auto zu wenden und durch den Zaun zurück auf die Strecke zu fahren. Erstaunlich: Trotz dieses Ausflugs gewann Solberg die Prüfung noch um 1,9 Sekunden vor Elfyn Evans (Toyota) und baute seinen Vorsprung auf 1:04,7 Minuten aus.
Solberg selbst zeigte sich im Ziel ratlos, sprach aber auch von großem Glück. Er habe die gesamte Prüfung sehr vorsichtig absolviert und sich strikt an die Spurrillen in seinen Aufzeichnungen gehalten, sei jedoch an einer Ausfahrt von überraschend tiefem Schnee überrascht worden.
Im Kampf um Platz zwei konnte Evans seinen Vorsprung gegenüber Sebastien Ogier (Toyota) weiter ausbauen. Der Waliser liegt nun 26,6 Sekunden vor dem Franzosen, der bewusst Tempo herausnahm. Ogier erklärte, die Bedingungen seien schlicht nicht fahrbar gewesen und ein Angriff habe keinen Sinn ergeben.
Evans beschrieb die Prüfung als extrem tückisch da sich der Grip ständig verändert habe – ein Eindruck, den auch andere teilten. Thierry Neuville (Hyundai) drehte sich und sprach davon, die komplette Prüfung nur Passagier gewesen zu sein. Teamkollege Adrien Fourmaux geriet ebenfalls ins Trudeln, fuhr aber dennoch die viertschnellste Zeit.
Auch Gregoire Munster (Ford) drehte sich, wurde aber Fünfter der Prüfung. Mit diesem Ergebnis überholte der Belgier seinen direkten Toyota-Konkurrenten Takamoto Katsuta. Dessen Beifahrer Aaron Johnston musste im letzten Teil der Prüfung improvisieren und griff mangels aktueller Streckennotizen auf Informationen auf seinem Mobiltelefon zurück, um Katsuta möglichst präzise zu unterstützen.
Weniger glücklich verlief die Prüfung für Hayden Paddon (Hyundai), der nach einem Ausrutscher über vier Minuten verlor und aus den Top 10 fiel, obwohl ihn Zuschauer wieder auf die Strecke schoben. Für Sami Pajari (Toyota) war die Prüfung sogar vorzeitig beendet: Er rutschte in eine Schneebank und prallte anschließend gegen einen Baum.
Zwischenstand nach WP 12 von 17
| Platz | Fahrer / Beifahrer | Fahrzeug | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | 3:14:03.9 |
| 2. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:04.7 |
| 3. | Sebastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:31.3 |
| 4. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +6:13.8 |
| 5. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +7:29.5 |
| 6. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +10:06.1 |
| 7. | Leo Rossel / Guillaume Mercoret | Citroen C3 Rally2 | +11:01.8 |
| 8. | Gregoire Munster / Louis Louka | Ford Puma Rally1 | +11:24.8 |
| 9. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +11:47.1 |
| 10. | Roberto Dapra / Luca Guglielmetti | Skoda Fabia RS Rally2 | +12:29.5 |
